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Ranzen füllen das Spendenlager

Annegret Kopp von der Flüchtlingshilfe St. Ingbert freut sich über jeden gespendeten neuen oder gebrauchten Schulranzen oder -rucksack, der für Flüchtlingskinder im „Welcomestore“ abgegeben wird. Foto: Cornelia Jung
Annegret Kopp von der Flüchtlingshilfe St. Ingbert freut sich über jeden gespendeten neuen oder gebrauchten Schulranzen oder -rucksack, der für Flüchtlingskinder im „Welcomestore“ abgegeben wird. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
St Ingbert. Eine gute Resonanz hat der Aufruf des Netzwerks für Flüchtlinge gefunden, unter anderem nicht mehr gebrauchte Schulranzen zu spenden. Mindestens 22 Flüchtlingskinder zählen zu den Abc-Schützen, die in St. Ingbert nach den Ferien eingeschult werden. Cornelia Jung

. Bereits im Kindergarten fiebern viele künftige Erstklässler ihrem ersten Schultag entgegen. Viele Eltern basteln individuelle Schultüten und meist haben auch die Kinder Vorstellungen von ihrem Schulranzen. Bei Markenranzen mit aktuellen Dessins inklusive Federmäppchen, Geldbeutel und Sportbeutel kommen da schon mal 200 Euro zusammen und da sind die Lehrbücher und die benötigten Materialien für die Schule noch nicht mal mitgerechnet. Was viele Eltern bezahlen können, ist für andere unerschwinglich. Auch auf die 22 kleinen Neubürger, Kinder der in St. Ingbert lebenden Flüchtlinge, die dieses Jahr eingeschult werden, treffe dies zu, wie Christina Wieth von der Flüchtlingshilfe St. Ingbert berichtet.


Zwar würden Hefte, Stifte, Schultüten und auch Ranzen bei jedem Bezieher von Arbeitslosengeld II mit 70 Euro bezuschusst, wie die ehrenamtliche Helferin sagt, doch sie weiß auch, dass die Anschaffung eines Ranzens unter 50 Euro kaum möglich ist. Während für deutsche Kinder meist bei Großeltern und Paten für den Kauf Geld gesammelt wird oder bei anderen Abc-Schützen das "Schul-Set" im Osternest liegt oder als Geburtstagsgeschenk überreicht wird, bleibt den Flüchtlingskindern diese Möglichkeit verwehrt. Umso dankbarer sind die Helfer im "Spendenlager", das sich im alten Kindergarten von St. Pirmin befindet, wenn neue oder auch gebrauchte Schulranzen abgegeben werden.

"Nach vierjähriger Grundschulzeit hat solch ein Ranzen natürlich einiges hinter sich, jedoch noch lange nicht ausgedient. Vor Jahren habe ich von einem Haushaltstipp erfahren - mitunter wirkt die häusliche Spülmaschine Wunder und lässt so manchen Ranzen wieder in neuem Glanz erstrahlen", so Christina Wieth, deren heimischer Geschirrspüler selbst einige Ranzen wieder gebrauchsfähig machte. Und so entstand beim "Netzwerk für Flüchtlinge in St. Ingbert " (NFF) die Idee, Eltern ins Boot zu holen, deren Kinder nach dem Sommer in weiterführende Schulen wechseln und dann sowieso meist andere Taschen oder Rucksäcke für den Schulbesuch bekommen.



Vor den Ferien wurden die Eltern per "Mäppchenpost" mit der Bitte angeschrieben, nicht mehr benötigte Ranzen zu spenden. Auf diesem Weg kamen einige gespendete Schulranzen zusammen. Auch über das Internet wurde zur Ranzenspende aufgerufen. Das lasen auch Mitglieder der Initiative "Refugees Welcome Box Saarland" auf Facebook , die Annegret Kopp von der St. Ingberter Flüchtlingshilfe zehn gefüllte Schulrucksäcke inklusive zehn Bildwörterbücher für Schüler der weiterführenden Schulen überreichten. Denn auch bei dieser Altersgruppe wird Unterstützung benötigt. Annegret Kopp und Christina Wieth waren davon angetan, wie gut die überörtliche Kooperation der Flüchtlingshilfe im Saarland funktioniert. Gefreut hat sich Annegret Kopp auch über die Unterstützung durch einen St. Ingberter Buchladen , der zwei nagelneue Ranzensets spendete.

Auch wenn sich im Lager die Ecke mit den Schulranzen langsam füllt, reichen sie noch nicht aus, weshalb noch weiterhin nach freundlichen Spendern gesucht wird. Bedingt durch den Familiennachzug werden wohl noch weitere Flüchtlingskinder im Laufe des Jahres in Grund- und weiterführende Schulen eingeschult werden, weshalb ein ständiger Bedarf an Utensilien für die Schule da ist. Ebenfalls dringend benötigt werden Sporttaschen, Mäppchen, Sportschuhe und Sportkleidung.

Wer Sachen spenden will, kann sich mit Christina Wieth unter Tel. (0176) 32 89 12 18 in Verbindung setzten oder die Spenden im Welcomestore St. Pirmin abgeben. Dieser hat wieder ab 19. August montags von 15 bis17 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr, sowie am ersten Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr geöffnet.