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Konzert am Weiher
Lockerer Auftritt unter freiem Himmel

Das große Orchester des Musikvereins Ommersheim unter der Leitung von Stefan Weber gab am Ommersheimer Weiher ein Serenadenkonzert.
Das große Orchester des Musikvereins Ommersheim unter der Leitung von Stefan Weber gab am Ommersheimer Weiher ein Serenadenkonzert. FOTO: Jörg Martin
Ommersheim. Am Ommersheimer Weiher spielte der Musikverein Ommersheim ein Serenadenkonzert mit jeder Menge flotter Hits.

Sonntagnachmittag um 17 Uhr am Ommersheimer Weiher. Auf der Uferseite nahe des Lokals herrscht Betrieb. Menschen haben Stühle und Tische mit Essen und Getränken mitgebracht. Andere legen die Picknickdecke oder die Isomatte vor sich hin. Wiederum andere haben sich offensichtlich frühzeitig einen Logenplatz unter den Bäumen reserviert. Viele von ihnen stellen den Wein- oder den Sektkühler vor sich hin. So mancher Vierbeiner liegt genüsslich auf dem Grün. Der Musikverein Ommersheim veranstaltet erstmalig ein Serenadenkonzert.


Dabei ist alles anders als sonst. Wesentlich lockerer. Auch die Musiker des Großen Orchesters haben die Uniformjacken heute im Schrank gelassen, was dem schwül-drückenden Wetter geschuldet ist. Das ist zwar bewölkt und manchmal etwas dunkel, hält aber. Irgendwie eine Spur gelassener ist auch Dirigent Stefan Weber. Das zeigt sich auch in den unterhaltend-launischen Moderationsbeiträgen des Orchesterchefs. Doch ehe er am Rednerpult Platz nimmt, sorgt der Auftritt des Orchesters für Eindruck: Während ein E-Gitarrist alleine flotte Rhythmen spielt, kommen die Musiker auf die Bühne. Für das Potpourri gibt es direkt danach schon das erste Lob in Form von Bravo!-Rufen.

„Wir wollen Sie heute eine Stunde mit guter Unterhaltungsmusik verwöhnen“, erklärt Weber und leitet direkt zum Medley mit Earth, Wind and Fire über. Irgendwie passten die Flugzeuge, die zufällig immer wieder über die Köpfe der Besucher rauschen, wie die „Faust aufs Auge“ zu diesem Titel. Man habe irgendwann ein Konzert in einer anderen Umgebung spielen wollen. So sei die Idee zu dieser Veranstaltung entstanden, erklärt der Dirigent später die Intension. „Blasmusik kann so abwechslungsreich sein“, betont Stefan Weber weiter. Davon konnte man sich direkt bei „Children of sanchez“ einen Eindruck verschaffen. Die Filmmusik mit Humphrey Bogart hatte für drei Musiker ein Solo parat: Volker Toussaint (Trompete), André Hoffmann (Saxophon) und Karl-Werner Hoy (Horn). Von schwungvoll und dramatisch bis zu leisen Tönen war bei diesem Stück einfach alles dabei.



Einen besonders langen Applaus erhielten die „Ummaschummer“ Musiker für das Abba-Medley. Über die ganze Naherholungsanlage schallten Titel wie Fernando, Money, Money, Dancing Queen oder Waterloo. „Aber jetzt wird es Zeit für eine Polka. Oder doch lieber einen Marsch? Jawoll, eine Polka“, kündigte Stefan Weber lachend an. Sie liege derzeit voll im Trend, so der Musikfachmann, ehe er und seine Musiker „Am Waldesrand“ zum Besten gaben, um dann zur Operette „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“ überzuleiten.

So mancher Zuschauer, der nur einen Stehplatz ergattert hatte, tänzelte da im Stehen mit. Andere klatschten im Takt. Es schien, als sei für jeden bei diesem Konzert etwas dabei. Auch ein Stück von Queen gab es auf der Setlist. Es dürfte langer her gewesen sein, dass „Skandal um Rosi“ oder „Ohne Dich“ am Ommersheimer Weiher erklang. Beim Medley der Achtziger Jahre war dies der Fall. Es versteht sich von selbst, dass das Publikum den Refrain von „Sternenhimmel“ spontan mitgesungen hatte. Stehende Ovationen und Zugabe-Rufe waren am Ende nicht überraschend. Sie wurden in Form des Marschs „Kaiserin Sissi“ prompt erfüllt.