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Grumbachtalbrücke
Bürger geben Tipps für Brückenbau

Der Lkw-Verkehr bringt die alte Grumbachtalbrücke immer näher an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.    
Der Lkw-Verkehr bringt die alte Grumbachtalbrücke immer näher an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.     FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Schon früh hat der LfS die „Nachbarn“ der Grumbachtalbrücke ins Planungsverfahren miteinbezogen. Von Cornelia Jung

Bereits in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren Defizite der Grumbachtalbrücke deutlich geworden. Die geringe Längsneigung und wechselndes Quergefälle der Fahrbahnen begünstigten Aquaplaning und schufen Unfallrisiken. Damals hatte es aus Sicht der Verkehrsexperten zur Vorbeugung noch gereicht, die Verkehrsführung zu ändern und die Geschwindigkeit zu begrenzen. Allerdings hatte 2010 eine statische Nachberechnung weitere Mängel offenbart.


40 000 Fahrzeuge am Tag

Mit einer Beule am tragenden Steg, die bei einer Sonderprüfung entdeckt wurde, fing alles an. Diese Verformung war ein äußeres Zeichen dafür, dass das Bauwerk mit 40 000 Fahrzeugen am Tag an seine Belastungsgrenze gekommen war. Zuerst wurde die Brücke gesperrt, dann der Verkehr verschwenkt.



Seit 2012 eine weitere Beule auftrat, wird die Brücke mit Argusaugen überwacht. Sie kann nach einer weiteren Prüfung 2017, die keine weitere Verschlechterung erkennen ließ, weiter genutzt werden. Doch ihre Tage sind nach über 50 Jahren Standzeit gezählt. Ein Neubau muss her. Bereits frühzeitig wurden die Anwohner in Sengscheid in die Pläne eingeweiht.

Ein offenes Ohr für die „Grumbachtaler“

Mitarbeiter des für den Bau verantwortlichen Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) nahmen die Bedenken der Bürger, die einen Umleitungsverkehr durch den Ort befürchteten, ernst und fragten die Ortskundigen nicht nur nach deren Meinung, sondern auch nach Lösungsvorschlägen für die Wegeführung beim Baustellenverkehr. Das wissen die Sengscheider zu schätzen, denn wie auf der jüngsten Informationsveranstaltung deutlich wurde, haben die Planer ihre Anregungen aufgegriffen und wollen auch weiterhin ein offenes Ohr für die Belange der „Grumbachtaler“ haben.

Wöchentliche Bürgersprechstunde

Hat der Bau erst begonnen, werde der LfS eine wöchentliche Bürgersprechstunde einrichten, damit bei auftretenden Problemen direkt reagiert werden kann, wie der Fachbereichsleiter Brückenbau, Carsten Chassard, sagte. Ein Raunen ging durch den gut besuchten Nebenraum des Alfa-Hotels als er die Bausumme von 70 Millionen Euro nannte – rund 30 Prozent mehr als geplant. Dies sei der hohen Auslastung des Baugewerbes geschuldet, was die Preise nach oben treibe. Chassard blieb keine Antwort schuldig und informierte über die erledigten und noch anstehenden Arbeiten bei der Baustelleneinrichtung.

Das Wichtigste: Es wird keine Belastung der Ortslage geben, da der Verkehr weitestgehend aus ihr herausgehalten wird. Schranken sollen Ortsunkundige davon abhalten, doch ins Dorf zu fahren. Diese standen schon an ihrem Platz, wurden aber in der vergangenen Woche gestohlen.

Die Baustelle wird über die Autobahn erschlossen. Eine Umleitung der Radwege (Velo Visavis) ist ausgeschildert, aber noch nicht optimal. Dies wird nach Hinweisen aus der Bevölkerung geändert. Auch die Fußgänger sollen mit Hinweistafeln über den Straßen- und Wegeverlauf informiert werden. Alternative Wege stehen zur Verfügung.

Lärmschutzwand in Planung

Da eine gemeinsame Nutzung des Grumbachtalweges für Baustellen- und Freizeitverkehr aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, steht für Naherholung Suchende ein entsprechend ausgebauter Forstweg zur Verfügung. Während der kompletten Bauphase werden kontinuierlich jeweils zwei Fahrstreifen für jede Richtung zur Verfügung stehen. Die sachliche und kompetente Information der beiden LfS-Mitarbeiter hinterließ bei den Besuchern einen positiven Eindruck.

Besonders erfreut waren die Sengscheider darüber, dass auch die Lärmschutzwand in Planung ist und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn kommt. Auch dies zum Wohle der Anwohner, die sich über eine immense Geräuschkulisse beschwerten. Carsten Chassard und sein Kollege Uwe Heinzel, Projektleiter Grumbachtalbrücke, dankten den Teilnehmern für die konstruktive Kritik. „Die Kommunikation war hier immer gewährleistet“, sagte Ortsvorsteher Ulli Meyer und lobte die Öffentlichkeitsarbeit der beiden Männer, die schon fast Sengscheider seien.