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Kita St. Johannes sucht Spender

Dort, wo jetzt noch die Glaswolle auf dem Gerüst steht, schließt sich die Erweiterung des Kindergartens an. Fotos: Oliver Bergmann
Dort, wo jetzt noch die Glaswolle auf dem Gerüst steht, schließt sich die Erweiterung des Kindergartens an. Fotos: Oliver Bergmann
Rohrbach. Rohrbach zwischen Lust und Frust: Einerseits wird die im Bau befindliche Kindertagesstätte St. Johannes demnächst vorzeitig erweitert, andererseits sind die Bau-Nebenkosten nicht komplett gedeckt. Die Kirchengemeinde hofft jetzt auf spendable Unterstützer. Von SZ-MitarbeiterOliver Bergmann

Überraschende Entwicklung im Fall der neuen Kindertagesstätte St. Johannes in Rohrbach: Die eigentlich für diesen Spätsommer anvisierte Eröffnung der kirchlichen Kita verschiebt sich bis zum Frühjahr 2014, denn die Einrichtung bekommt einen Anbau. Zu den zehn geplanten Krippenplätzen dürfen dadurch noch einmal zehn hinzugerechnet werden. Die reinen Baukosten der nachtäglichen Erweiterung summieren sich auf 269 000 Euro. Entstehen wird der Anbau auf dem Fundament des alten, im April 2012 abgebrochenen Kindergartens.

"Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir mehr Krippenplätze brauchen - jetzt ist es soweit", freute sich Kita-Leiterin Christel Wentz. Finanziert wird der 100 Quadratmeter große Anbau aus Bundesmitteln (105 000 Euro), wodurch die verbleibenden Kosten auf 164 000 Euro schrumpfen. Land (40 Prozent), Stadt und Saarpfalz-Kreis (jeweils 30 Prozent) stemmen den Rest. Ungetrübt ist die Stimmung allerdings nicht, denn es gibt Schwierigkeiten. "Es gibt eine Unterdeckung, die noch geklärt werden muss. Die genaue Höhe ist noch nicht klar", sagte Andreas Michaeli, Leiter des gleichnamigen Rohrbacher Planungsbüros. Näheres erläutert die bei ihm angestellte Ingenieurin Magret Welsch: "Den Kindergarten haben wir im Jahr 2009 geplant, doch erst drei Jahre später konnten wir mit dem Bauen beginnen. In dieser Zeit sind überall Kosten gestiegen, zudem gelten inzwischen verschärfte Gesetze." So müssen mehr Trinkwasserleitungen verlegt werden als ursprünglich vorgesehen und die strengeren Richtlinien der Energieeinsparverordnung berücksichtigt werden. Auch in Rohrbach ist das Problem der ungedeckten Bau-Nebenkosten akut, auch wenn sie ausschließlich den Anbau betreffen. Hinter diesen Kosten verbergen sich Honorare für Statiker, Techniker, Gutachter und Architekten, die größtenteils nicht gefördert werden. An diesem Problem wäre beinahe das Kita-Projekt der Pfarrei St. Hildegard gescheitert. Die Gemeinde St. Johannes hat zwar einen Landeszuschuss in Höhe von 15 Prozent in Aussicht, doch das holt die Kuh nicht vom Eis. St. Johannes ist auf Spenden angewiesen. Pfarrer Marcin Brylka war schon fleißig Klinken putzen, der Erfolg ist aber überschaubar. "Wir haben mehrere Firmen angeschrieben, doch nur von einer gab es eine Antwort: eine negative." Etwas mehr Erfolg hatte Brylka bei Privatleuten.

Die Kirchengemeinde St. Johannes hat bei der Bank-1-Saar ein Spendenkonto eingerichtet. Kontoinhaber: Katholische Kirchengemeinde St. Johannes, Kontonummer: 83 54 90 09, Bankleitzahl: 59 19 00 00, der Verwendungszweck lautet: Spende Neubau Kita St. Johannes. Auf Wunsch kann eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden.



Andreas Michaeli, Magret Welsch, Marcin Brylka und Kita-Leiterin Christel Wentz (von links) studieren mit Freude den Bauplan.
Andreas Michaeli, Magret Welsch, Marcin Brylka und Kita-Leiterin Christel Wentz (von links) studieren mit Freude den Bauplan.