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Breite Reifen und lauter Motor vorm Rathaus

Hans-Peter Naundorf präsentierte vor dem Rathaus den Sieger-BMW. Foto: Yvonne Handschuher
Hans-Peter Naundorf präsentierte vor dem Rathaus den Sieger-BMW. Foto: Yvonne Handschuher FOTO: Yvonne Handschuher
St Ingbert. Mit einem 600 PS starken BMW M6 war das Rowe Racing Team aus St. Ingbert in Belgien beim 24-Stunden-Rennen vertreten. Die St. Ingberter hatten gestern die Möglichkeit, das Sieger-Fahrzeug anzuschauen. Yvonne Handschuher

Breite Reifen und lauter Motor: Das zaubert Motorsportbegeisterten ein Lächeln ins Gesicht. So geschehen gestern Vormittag vor dem St. Ingberter Rathaus. "Wenn ein St. Ingberter Unternehmen weltweit so von sich reden macht, sollten wir auch in St. Ingbert darüber reden" - so Oberbürgermeister Hans Wagner nach dem Sieg des St. Ingberter Teams beim 24-Stunden-Rennen in Spa. Mit einem 600 PS starken BMW M6 war das Rowe Racing Team in Belgien vertreten. Mit dabei Geschäftsführer Hans-Peter Naundorf und sein zehnköpfiges Team - insgesamt war laut Naundorf in Spa eine Truppe von über 50 Leuten damit beschäftigt, sich um den M6 zu kümmern. Die St. Ingberter siegten beim Zuverlässigkeitsrennen, nachdem sie 531 Runden gedreht hatten. Drei Fahrer wechselten sich ab und fuhren sich mit durchschnittlich 275 Stundenkilometern zum Sieg. Bevor das 1300 Kilo leichte Siegerfahrzeug mit seinen 310 Millimeter breiten Reifen weltweit auf die Reise in BMW-Ausstellungen geht, hatten die St. Ingberter gestern die Möglichkeit, den Sieger-BMW eine Stunde lang anzuschauen.



Der M6, der gezeigt wurde, hat vor dem Sieg in Spa schon einige Rennen gelaufen. "Er war schon auf dem Nürburgring, hat insgesamt rund viereinhalbtausend Kilometer auf dem Buckel. Dazu muss man aber wissen, dass solche Fahrzeuge vor jedem Rennen komplett neu aufgebaut werden. Bis zu 90 Prozent Neuteile werden verbaut", berichtet Naundorf, der seine Firma mit Sitz in St. Ingbert vor sechs Jahren gründete, gestern. Den Wert eines derartigen Autos beziffert er mit rund einer halben Million Euro. Ohne Sieg. "Mit werden es einige Euro mehr."

Jetzt geht das Auto zur Versiegelung. "Alle Spuren des Rennens, die kleinen Macken, aber auch Verschmutzungen, die es sich auf der Rennstrecke eingehandelt hat, werden konserviert. Das Auto wird authentisch im Zustand nach dem 24-Stunden-Rennen erhalten und versiegelt", erzählt Naundorf.

Schon heute kommt der Nachfolger des Siegerautos in St. Ingbert an - wieder ein BMW M6. Bevor das Team mit BMW zusammenarbeitete war es Mercedes. Der neue M6 wird dann von Naundorfs Team komplett zerlegt. Naundorf: "In drei Wochen sind wir in Budapest. Dort wird ein Sprintrennen über zweimal eine Stunde gefahren. Rowe ist mit seinen zwei Autos dort." Eine Woche später geht es auf den Nürburgring. Dort steht ein Sechsstundenrennen auf dem Plan. Bevor es dann Ende November nach Macao geht. Dort findet auf einem schwierigen Stadtkurs die offizielle Weltmeisterschaft für GT-Fahrzeuge statt. GT steht dabei für "Große Fahrt" (Grand Tour). "Wir verschiffen unsere Autos, unser Werkzeug und alle Ersatzteile in zwei 40-Zoll-Containern. In Macao wird dann eine Boxengasse aufgebaut, um professionell arbeiten zu können", so Naundorf.

Mit dem Transport ihrer Autos in alle Welt haben die St. Ingberter Erfahrung: "Neben unserem Motorsportengagement sind wir in der Forschung und Entwicklung tätig. Um Reifen zu testen und zu verbessern, oder um Fahrwerksentwicklung zu begleiten", erklärt der Firmenchef. Testfahrten in den unterschiedlichsten Regionen weltweit stehen dazu auf dem Programm der St. Ingberter.