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Kinowerkstatt
Böses Kino aus Frankreich

Noemie Schmidt als Constance hat es nicht leicht mit dem mürrischen alten Herrn Monsieur Henri, gespielt von Claude Brasseur, in „Frühstück bei Monsieur Henri“.
Noemie Schmidt als Constance hat es nicht leicht mit dem mürrischen alten Herrn Monsieur Henri, gespielt von Claude Brasseur, in „Frühstück bei Monsieur Henri“. FOTO: picture alliance / dpa / Neue Visionen Filmverleih
HOMburg/St. Ingbert. Ihre französischen Fimtage widmet die Kinowerkstatt in St. Ingbert den Bösewichten: Monsieur Henri, Paulette, der liebe Gott und Co. red

Am Freitag, 2. Februar, starten die 22. französischen Filmtage in der Kinowerkstatt in St. Ingbert, Pfarrgasse 49, wie im vergangenen Jahr unter der Schirmherrschaft der Generalskonsulin im Saarland Catherine Robinet, die zur Eröffnung am Freitag, 2. Februar, um 19 Uhr persönlich alle Zuschauer und Liebhaber französischer Kultur und Sprache zu den Filmen mit anschließendem Vin d‘honneur einlädt. Das Programm wurde erarbeitet mit Unterstützung des Institut d‘Etudes francaises Saarbrücken. Das Motto lautet in diesem Jahr: „Ces mechants qui nous fascinent  - Bösewichter, die uns faszinieren !“ Vom 2. bis 5. Februar werden insgesamt zehn Filme im französichen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt. Zur Eröffnung, am Freitag, 2. Februar, um 19 Uhr ist „Tatie Danielle“ („Tante Denielle“) von Étienne Chatiliez (Frankreich 1990) mit Tsilla Chelton, Catherine Jacob, Eric Prat u.a. zu sehen. Danielle ist eine boshafte alte Frau, die ihre ganze Lebensfreude daraus bezieht, ihren Mitmenschen das Leben zur Hölle zu machen – bis sie an eine junge Altenpflegerin gerät, die zu ihr ebenso kaltschnäuzig und ruppig ist wie sie gegenüber ihren Verwandten, die sich doch so liebevoll um sie bemühen.


Böse ist auch Monsieur Henri, ein übellauniger, mürrischer alter Herr („Vieil homme acariâtre et grincheux“) in „L‘ etudiante et Monsieur Henri“ („Frühstück bei Monsieur Henri“) von Ivan Calbérac /Frankreich 2015) mit Claude Brasseur, Guillaume De Tonquédec, Noémie Schmidt – am Samstag, 3. Februar, um 20 Uhr zu sehen.

Mélanie, die Pianistin, die auf die Chance zur Rache für ihr angetanes Unrecht wartet, ist am Sonntag um 20 Uhr in „La Tourneuse des Pages“ („Das Mädchen, das die Seiten umblättert“) von Denis Dercourt mit Catherine Frot, Déborah François, Pascal Greggory u.a. zu sehen.



Die gewitzte Paulette, die mit ihrer geringen Rente kaum über die Runden kommt und der sich durch einen Wink des Schicksals neue Möglichkeiten bieten, ist in dem gleichnamigen Film „Paulette“ (Frankreich, 2013),  Regie: Jérôme Enrico, mit Bernadette Lafont, Carmen Maura, Dominique Lavanant, am Sonntagmorgen um 11 Uhr zu sehen. Im Anschluss gibt es das traditionelle Frühstück.

Alle Menschen in den Filmen der diesjährigen Auswahl sind böse oder haben böse Absichten, selbst der „liebe“ Gott ist böse und es macht ihm Spaß, mit den Gefühlen der Menschen zu spielen, zu sehen im „Brandneuen Testament“ („Le tout nouveau testament“) von Jaco van Dormael (Frankreich 2015) am Samstag, 4. Februar, um 15 Uhr, mit Benoît Poelvoorde, Yolande Moreau, Catherine Deneuve - wobei sich bei einigen im Laufe der Zeit und der Geschichte doch herausstellt, dass sie das Herz auf dem rechten Fleck haben.

Eingeladen sind Kinofans am Samstag, um 22 Uhr auf eine spannende Reise in die Unterwelt mit „Subway“ (Frankreich 1985) – einem Neo-Klassiker des französischen Kinos von Luc Besson mit Isabelle Adjani, Christopher Lambert, Richard Bohringer in die Katakomben des weitläufigen Pariser U-Bahn-Systems und machen die Bekanntschaft eines Häufchens subversiver, skurriler Typen der Parallelgesellschaft, die sich in den dunklen Gängen eingenistet haben. Alle Filme über das Böse sollen Spaß machen, so paradox das klingt, denn eine Ähnlichkeit mit der Realität und wahren Personen ist ausgeschlossen und wäre rein zufällig.

Die weiteren Filme und Termine der 22. französischen Filmtage: Samstag, 3. Februar, 18 Uhr „Viper au poing“ (Frankreich 2004) von Philippe de Broca mit Catherine Frot, Jules Sitruk, Jacques Villeret. Sonntag, 4. Februar, 18 Uhr: „Le Chat“ („Die Katze“) (Frankreich 1971) von Pierre GranierDeferre mit Jean Gabin, Simone Signoret, Jacques Rispal. Montag, 5. Februar, 18 Uhr:  „Delicatessen“ (Frankreich 1991) von Jean-Pierre Jeunet, Marc Caro mit Dominique Pinon, Jean-Claude Dreyfus, Marie-Laure, Dougnac, Karin Viard, Montag, 5. Februar, 20 Uhr: „Ma Loute“ (Frankreich 2016) („Die feine Gesellschaft“) von Bruno Dumont mit Fabrice Luchini, Juliette Binoche, Valeria Bruni-Tedeschi, Jean-Luc Vincent, Brandon Lavieville, Raph. Alle Filme werden in der französischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmU) gezeigt, Ausnahme: „Vipere au Poing“ (Originalfassung ohne Ut).

Festivalpass (Carte bleu) für alle Filme: 20 Euro, ermäßigt 15 Euro, einzeln vier Euro, ermäßigt: Mitglieder drei Euro, Schüler/Studenten 2,50 Euro. Ein Programmheft ist in der Kinowerkstatt, Buchhandlung Friedrich und in der Stadtbücherei in St. Ingbert erhältlich.

Benoit Poelvoorde als Gott in einer Szene aus dem_Film „Das Brandneue Testament“.
Benoit Poelvoorde als Gott in einer Szene aus dem_Film „Das Brandneue Testament“. FOTO: dpa / Kris Dewitte