| 20:12 Uhr

Coloured Voices
Gänsehaut-Stimmung zum „Hallelujah“

Der Chor Coloured Voices bei seinem Konzert in der Pfarrkirche von Bliesmengen-Bolchen.
Der Chor Coloured Voices bei seinem Konzert in der Pfarrkirche von Bliesmengen-Bolchen. FOTO: Jörg Martin
Bliesmengen-Bolchen. Der Chor Coloured Voices hatte zu einem stimmungsvollen Konzert in die Pfarrkirche Bliesmengen-Bolchen eingeladen.

„Das wird ein besonderes Konzert. Lassen Sie die Alltagssorgen hinter sich“, bat Moderatorin Kathrin Mischo die Konzertbesucher. An ihnen mangelte es am vergangenen Sonntag in der Pfarrkirche Bliesmengen-Bolchen nicht. Denn, wenn der „Chor Coloured Voices“ zu seinem Konzert einlädt, sind in „Menge“ zwei Dinge Mangelware. Sitz- und Parkplätze. Die Gesangsgruppe mit seinen 25 Frauenstimmen (Leitung: Frank Huppert) hatte auch dieses Mal wieder zu einem Programm eingeladen, welches eine Reise durch Rock und Pop darstellte. „Over the Rainbow“, so der Titel des Abends, klingt minimal antiquiert und führt einem deshalb schnell aufs Glatteis. Zwar gab es das Lied „Somewhere over the Rainbow“, welches dem Konzert den Namen gab, auch zu Gehör. Doch das würde viel zu kurz greifen.


Bei diesem Klassiker von Harold Arlen konnten die farbigen Stimmen wieder vollends zeigen, was helle Stimmen, beziehungsweise weiblicher Gesang, alles bewerkstelligen kann. Und dann noch in Kombination mit einem klassischen Streichorchester und Louisa Florsch an der Ukulele war schnell eine besondere Wirkung erzielt. Diesen Effekt erreichte der Chor bereits bei „I’m dreaming of Home“, bei dem die Sopranistin Sibylle Florsch immens mit ihrem Solo beeindruckte. Zuvor hatte man dem Publikum bereits mit einem Coldplay-Titel, nämlich „Reign of Love“ verdeutlicht, auch aktuellere Stücke im Repertoire zu haben. Bei „Dust in the Wind“ von Kansas war schon nach den Anfangstakten klar: Das ist heute der Song mit dem Gänsehautfaktor. Diesen Titel ausschließlich von Frauenstimmen zu hören, das hat was. In Kombination mit den Percussions ergab das ein völlig anderes Lied mit einer anderen Wirkung, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Hier konnte der Chor zeigen, was er drauf hat. Ein begeisterter Applaus war den Frauen sicher.

Gänsehaut-Lied Nummer zwei kam bei Leonhard Cohens Klassiker „Hallelujah“, als Kathrin Gauer (Sopran) ihr Solo hatte. Auch hier kamen Pauken und Schlagzeug eine besondere Bedeutung zu, was zu Bravo!-Rufen führte. Mit „Count on Me“ von Bruno Mars dürften die wenigsten bei diesem Auftritt gerechnet haben. Das war ein Aha-Effekt im positiven Sinne, da man den Song mit weiblichen Stimmen nicht kennt. Kein Wunder, dass viele mitwippten. Ein Eindruck, der sich auch bei „With or without you“ (U2) hielt. Ein mehr als langer Applaus war den Gastgebern sicher.



Der Auftritt des Großen Chors des Hofenfels-Gymnasiums Zweibrücken (Leitung: Stefan Lang) war eine Idee der beiden Chorleiter. Die 60 Sänger sind Schüler, Eltern und Eltern des Gymnasiums. „Misatango“, ist ein Werk des Argentiniers Martin Palmeri, welches dieser 1995/1996 komponierte. Die Pfälzer hatten ein Jahr lang geprobt und das Werk im September erstmals aufgeführt. Es vereint das geistliche Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus mit weltlichen Klängen. Vor allem durch drei Dinge wurde hier eine besondere Wirkung erzielt: Die Elsässerin Marie-Andrée Joerger am Bandoneon, Sopranistin Eva Sandschneider und E-Pianist Jürgen Rabung. Die stehenden Ovationen überraschten am Ende nicht. Beide Klangkörper gaben zusammen „Cantar (Sing!)“ von Jay Althouse zum Besten.