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Der Charme edler Ritter

Kirkel. Wenn es in Kirkel wieder heißt "Gewandete und Kinder bis Schwerthöhe Eintritt frei" dann wissen inzwischen nicht nur eingeweihte Mittelalterfans: Der Mittelaltermarkt auf Burg Kirkel hat wieder seine (leider noch nicht vorhandene) Zugbrücke herunter gelassen Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Kirkel. Wenn es in Kirkel wieder heißt "Gewandete und Kinder bis Schwerthöhe Eintritt frei" dann wissen inzwischen nicht nur eingeweihte Mittelalterfans: Der Mittelaltermarkt auf Burg Kirkel hat wieder seine (leider noch nicht vorhandene) Zugbrücke herunter gelassen. Am Wochenende strömten wieder Tausende hinauf auf das Kirkeler Wahrzeichen, um sich vom Charme edler Ritter, rustikal-herber Landsknechte, dem einen oder anderen Burgfräulein oder auch dem einen oder anderen, nicht zu überhörenden Marktbeschicker in die Welt des Mittelalters entführen zu lassen. In den vergangenen Jahren hat sich das Spektakel auf der Burg zu einer der größten Veranstaltungen dieser Art im südwestdeutschen Raum entwickelt, von weit her kommen inzwischen seine Fans. So Horst Lang aus Frankfurt am Main. "Ich interessiere mich sehr dafür und bin hier, um einige Sachen zu recherchieren." Langs Interesse kommt dabei nicht von ungefähr, schreibt er doch unter einem Pseudonym Romane vor mittelalterlichem Hintergrund. Eine der ersten Adressen für den Frankfurter war bei seiner Suche nach Fakten dabei Klaus Hanfried Schneider aus Saarbrücken, der gewandet, kundig, fundiert und mit zahlreichen Darstellungsobjekten über das Mittelalter informierte. "Mir kommt es auf die historische Wirklichkeit an. Wobei Authentizität dabei ein schwieriges Wort ist, weil man heute Vieles nicht mehr hundertprozentig hin bekommt." In Sachen Wetter kam der Markt ohne blaues Auge davon - zum Glück hatten sich die Wetterfrösche in ihren Prognose nicht verquakt. Morgens sonnig, ab dem Mittag eher bedeckt, war das Wetter genau richtig für einen recht angenehmen Tag im Rittergewand. Der Markt selber bot, wie in den Jahren zuvor, die perfekte Kulisse: Händler boten ihre Waren feil, von Met bis Schmuck, Gaukler und Zauberer fingen die staunenden Augen der Gäste ein, es gab Musik und Tanz, Märchen für die Kinder, Rustikales aus der Küche des Fördervereins Kirkeler Burg für die Erwachsenen und natürlich auch Ritterlager, die dazu einluden, den Helden längst vergangener Tage ins Hinterzimmer zu schauen. Kirkels Bürgermeister Armin Hochlenert, nunmehr zum letzten Mal Herr auf Burg Kirkel, zeigte sich vom Auftakt der Mittelaltersaison sichtlich angetan. "Wir hatten, so finde ich, am Samstag eine der schönsten Eröffnungen überhaupt. Das Wetter hat super mitgespielt und die Stimmung war fantastisch. Und ein Großteil der Gäste war gewandet." Mit dem Mittelaltermarkt vom Wochenende startet die besondere Jahreszeit in Kirkel, weiter geht es vom 25. Mai bis zum 3. Juli mit dem Burgsommer für Schulklassen, am 11. und 12. Juli lockt ein Erlebniswochenende mit Burgolympiade.