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So hell wie eine Konzerthalle

Homburg. Am 1. August sollen die ersten Patienten in das neue Gebäude der Inneren Medizin einziehen. So ist jedenfalls der Wunsch des ärztlichen Direktors. Derzeit wird der Innenausbau vorangetrieben, die Labore stehen schon, die Bäder sind fertig. Christine Maack

. Jörg Freidinger ist der Herr mit dem Schlüssel. Ohne ihn kommt man nicht in das Gebäude der Inneren Medizin hinein, dessen Ausbau langsam aber sicher auf dem Gelände des Uniklinikums voranschreitet. Obwohl sich draußen noch die Erdhaufen türmen und das Gelände nicht gerade einladend aussieht, werden im Innenbereich schon die Zimmer fertiggestellt. Mit modernen Bädern, mit Holz und Fliesen. "Es wurde darauf geachtet, möglichst viel Tageslicht ins Haus fluten zu lassen", betont Freidinger, Bauingenieur, Architekt und Projektleiter des Neubaus der Inneren Medizin, kurz "Imed" genannt. Angesichts von Pannen und Betrug in der Anfangsphase des Baus bestehen bei manchen Bürgern noch immer einige Vorbehalte gegenüber dem Neubau.

Doch darüber ist die Klinikleitung schon hinweg: "Ich gebe zu, wir hatten Momente mit diesem Bau, die waren schwer zu ertragen", gesteht Ulrich Kerle, der kaufmännische Leiter des Klinikums, "doch das ist Vergangenheit. Es ist jetzt alles im Lot, der Neubau schreitet voran. Trotz der Verzögerungen sind wir immer noch gut in der Zeit." 140 Millionen Euro wird der Bau am Ende kosten, so ist es jedenfalls kalkuliert. Auch Professor Ingo Steudel, der ärztliche Direktor, ist froh, dass es gut vorangeht: "Die alten Bettenstationen sind nicht mehr zeitgemäß. Endlich können wir beste Bedingungen für unsere Patienten bieten."

Sein Plan: Am 1. August sollen die ersten Zimmer belegt werden. Die beiden Klinikleiter, die zuerst ins Gebäude einziehen werden, sind Professor Michael Böhm mit der Inneren Medizin III (Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin) und Professor Michael Pfreundschuh mit der Inneren Medizin I (Therapie von Tumor-, Blut-, immunologischen und rheumatologischen Erkrankungen). Das neue Gebäude ist in sechs Ebenen untergliedert: In der untersten Etage sind Flächen für die Ver- und Entsorgung, als auch für die zentrale Betriebstechnik vorgesehen, im Erdgeschoss sind Bereiche für Forschung und Lehre, für Untersuchung und Behandlung untergebracht. Die Pflegestationen befinden sich in den oberen Ebenen.

Doch bis zum Einzug im Hochsommer arbeiten täglich bis zu 150 Leute im Innenausbau, sie streichen, tapezieren und verlegen Fliesen, bauen Schränke und Laboreinrichtungen ein, verlegen Kabel und verputzen Rohre. Prunkstück des Neubaus ist der Eingangsbereich mit großzügigem Treppenhaus. Man glaubt kaum, dass man in einen Klinikbau kommt, denn mit den freischwebenden weißen Treppen und dem Licht, das von oben herabfällt, hat man eher den Eindruck, man betrete eine Philharmonie. Auch die Cafeteria ähnelt nicht den herkömmlichen Klinikcafés, die oft nur künstlich beleuchtet werden können, weil sie nicht selten in Gebäudeteilen untergebracht wurden, die wenig Licht abbekamen.

"Unsere Cafeteria ist hell und besteht rundherum aus Glas," erklärt Jörg Freidinger. Kein Wunder, handelt es sich doch um den Vorbau, der über dem Eingangsbereich hervorkragt. Man sitzt also mehr oder weniger frei schwebend über der Erde. "Das ist alles ordentlich verankert", sagt Ulrich Kerle im Scherz. Außerdem wird der Vorbau auch mit Säulen abgestützt. Im Gegensatz dazu ist der Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach schon deutlich komplizierter zu bewerkstelligen gewesen. Hier haben die Bauleute die Nacht durchgearbeitet, weil der Spezialbeton sofort verarbeitet werden musste. Die Plattform hat einen Durchmesser von 36 Metern und wirkt imposant. Ein eigener Aufzug bringt die Verletzten vom Landeplatz direkt in die Notaufnahme. Nicht, dass man jemals dort hingebracht werden wollte. Aber gut, dass es das alles gibt.