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Vauban Carree soll bebaut werden
Neuer Anlauf für das Vauban Carree

Trotz einer Vielzahl von Plänen hat sich in den vergangenen Jahren am Bild des Vauban-Carrees als Parkfläche mit Brachland-Charakter nichts geändert. Nun scheint es einen erneuten Anlauf für eine Bebauung der Fläche zu geben.
Trotz einer Vielzahl von Plänen hat sich in den vergangenen Jahren am Bild des Vauban-Carrees als Parkfläche mit Brachland-Charakter nichts geändert. Nun scheint es einen erneuten Anlauf für eine Bebauung der Fläche zu geben. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Investor steht vor der Tür. Der Homburger Stadtrat befasste sich nun mit den Plänen in der Talstraße. Von Thorsten Wolf

Wie unsere Zeitung schon vor einigen Wochen spekulierte, soll sich am Vauban-Carree nun etwas tun: In der vergangenen Woche gab der Homburger Stadtrat sein Einvernehmen für den Neubau eines Wohn-, Geschäfts- und Parkhauses auf dem Areal an der Homburger Talstraße, das die meisten eigentlich nur als Parkfläche in der Innenstadt kennen. Zur Verdeutlichung: Bei diesem formalen Einvernehmen handelt es sich nur um einen ersten kleinen Schritt hin zu einer möglichen Bebauung. Und so gab es in der Ratssitzung durchaus, bei aller grundsätzlichen Freude, auch einige zurückhaltende Stimmen zu hören, denn: In den vergangenen Jahren war die Fläche immer wieder Gegenstand von Planungen und bekam auch immer wieder dann Bedeutung, wenn es um die Bebauung des Enklerplatzes ging.


Das Stichwort hier ist „Knochenlösung“, sprich: Geschäftsbebauung an beiden Enden den Talstraße. Damit soll eine Verschiebung der Kundenströme in Richtung geplantem Einkaufscenter auf dem Enklerplatz vermieden werden. Auf eben dem Enklerplatz ist unterdessen nach wie vor kein Baustart in Sicht, noch vor der Sitzung des Stadtrates in der vergangene Woche hatte Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind deutlich gemacht, dass in Sachen Normenkontroll-Klage der Stadt St. Ingbert immer noch unklar sei, wann hier eine Entscheidung falle.

Grundsätzlich hält man bei der Stadt aber wohl an einer Entwicklung beider Flächen fest. Schneidewind: „Das eine schließt das andere nicht aus. Wir haben immer gesagt, dass wir beide Projekte – Vauban-Karree und Enklerplatz – vorantreiben wollen.“ In der Sitzung selbst sprach Marianne Bullacher von der „Allianz der Vernunft“ von einem „großen Tag für Homburg“. So gehe es weiter am Vauban-Carree und das in einer Weise, die man lange forciert habe – mit einer angemessenes Verkaufsfläche, Parken in der Innenstadt und jetzt, als Hybridlösung, auch mit Wohnnutzung. Wichtig sei zudem die Revitalisierung des Tal-Zentrums, das fraktionsübergreifende Hilfe benötige, und im gleichen Zug die Wiederbelebung der Eisenbahnstraße. Hier sei der Investor auf dem Enklerplatz in die Pflicht zu nehmen, der dort zwei Gebäude besitze.



Rüdiger Schneidewind entgegnete auf Bullachers Einlassung mit der Einschätzung, dass es erst dann ein großer Tag für Homburg sei, wenn man nicht nur den Spatenstich mache, sondern wenn man den Grundstein lege. Dieser Seitenhieb kam nicht von ungefähr, hatte Schneidewinds Vorgänger Karlheinz Schöner doch vor Jahren auf dem Vauban-Carree einen Spatenstich durchgeführt, dem allerdings keine Bebauung folgte. Für die Grünen bezeichnete Winfried Anslinger das nun geplante Gebäude als wichtig für die Innenstadt. Zudem wirkten sich die vorgesehenen Parkplätze positiv aus. Seitens der SPD sprach auch Gerhard Wagner von einer guten Planung, entgegnete jedoch in Richtung von Marianne Bullacher, dass dies in seiner rund 25-jährigen Ratstätigkeit nun bereits die sechste Planung für das Vauban-Carree sei. Er hoffe nun, dass es dem Investor gelingen werde, das Projekt auch innerhalb der vorgegeben Zeit zu vermarkten. Ansonsten könne man die vorliegende Planung genauso in den Papierkorb werfen, wie man das in den vorangegangen Fällen auch getan habe. Und auch Gerhard Wagner machte klar: Der große Tag sei für ihn nicht der Tag des Spatenstichs. Der große Tag sei erst dann, wenn er den ersten Bagger sehe, der den Keller aushebe und das Fundament mache. Und: Er hoffe, dass er das noch erlebe.

Der designierte neue Homburger Bürgermeister Michael Forster zeigte sich in seiner Noch-Funktion als Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion erfreut darüber, dass sich an dieser Stelle nun etwas tue. Wichtig sei seiner Partei die Prüfung der Verkehrssituation im Zuge des Genehmigungsverfahrens. Darauf fokussierte auch Axel Ulmcke von der FWG. So sei es wichtig, einen Übergang vom Tal-Zentrum zur neuen Geschäftsbebauung zu schaffen, da er für den bestehenden Zebrastreifen an der Talstraße die Gefahr einer Überlastung sehe.