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Demenz
Mit allen Sinnen Demenz-Kranken helfen

Beim Pfad der Sinne auf dem Christian-Weber-Platz gab es für ältere Menschen und Demenzerkrankte die Gegelenheit, sich noch intensiver mit der Natur durch Riechen, Hören, Fühlen und Schmecken zu beschäftigen.
Beim Pfad der Sinne auf dem Christian-Weber-Platz gab es für ältere Menschen und Demenzerkrankte die Gegelenheit, sich noch intensiver mit der Natur durch Riechen, Hören, Fühlen und Schmecken zu beschäftigen. FOTO: Markus Hagen
Homburg. Natur pur zum Erleben: Die Allianz für Menschen mit Demenz hatte auf dem Homburger Christian-Weber-Platz einen Pfad der Sinne aufgebaut. Von Markus Hagen

Die Zahlen sprechen für sich. 1,6 Millionen Menschen sind zurzeit in Deutschland an Demenz erkrankt, 21 000 davon im Saarland. Bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl verdoppeln. Ein Grund mehr, die Hilfs-Angebote für die Erkrankten und ihre Angehörigen immer weiter auszubauen


„Rund 75 Prozent der im Saarland an Demenz erkrankten Menschen werden von ihren Angehörigen gepflegt“, sagt Horst Schneider, Geschäftsführer der Psychosozialen Projekte Saarpfalz GmbH (PSP). Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Hilfsaktionen, Projekten und Einrichtungen, für die die „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ am vergangenen Freitag auf dem Christian-Weber-Platz mit der Aktion „Pfad der Sinne“ warb (wir berichteten kurz).

 Holzstämme, ein Weg mit verschiedenen Untergründen wie Kies, Sand und Nadeln wurden auf dem Christian-Weber-Platz als Pfad aufgebaut. Älteren und besonders demenzkranken Menschen soll die Gelegenheit gegeben werden, Lebensfreude und Wahrnehmung mit Riechen, Schmecken und Fühlen zu spüren. Der Mensch und die Natur stehen im Mittelpunkt des aktiven Erlebens. „Wer den Pfad beschreitet, hört das Rascheln des Laubes, riecht den angenehmen Duft von Pflanzen und sieht das gesamte Farbspektrum der Natur“, so Andreas Sauter, Leiter der Landesfachstelle Demenz Saarland. Verschiedene Fühlkästen waren aufgebaut, in denen man unterschiedliche Gegenstände wie Steine, Nüsse, Federn und weitere Dinge ertasten konnte. Die Besucher des Pfades erlebten dabei also viele Sinneseindrücke, die im Alltag gerne einmal in Vergessenheit geraten.



Seit 2013 sind die Psychosozialen Projekte Saarpfalz unter der Leitung von Horst Schneider für den Aufbau der „Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz“ verantwortlich. „Mit unserer erstmals angebotenen Aktion auf dem Christian-Weber-Platz wollen wir Hilfen, Tipps und Hinweise geben, wie unsere Allianz betroffenen Menschen und ihren Angehörigen helfen kann, den Alltag zu bewältigen“, informiert Schneider.

Zahlreiche Einrichtungen wie der Awo-Landesverband, verschiedene Seniorenwohnheime aus St. Ingbert und Bexbach und das Christliche Jugenddorf (CJD)-Berufsbildungswerk waren unter anderem bei der Aktion neben der PSP vertreten.

Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind verdeutlichte bei seinem Besuch am Morgen: „Die Krankheit Demenz wird zu einer immer größeren Herausforderung für unsere Gesellschaft, auch weil die Zahl der Erkankten angesichts der immer höher werdenden Lebenserwartung weiter ansteigt.“ Die Allianz für Menschen mit Demenz leiste wertvolle Hilfe und Unterstüzung bei der Bewältigung der Probleme der Betroffenen. „Erkrankte und ihre Angehörigen dürfen nicht durchs Netz fallen. Unsere Gesellschaft muss ihnen bei der Bewältigung ihres schweren Alltags helfen“, sagte der OB.