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Fußball
Ein Derby dank „Betriebsunfall“

Homburgs Tom Schmitt schiebt den Ball ins FSV-Tor. Torwart David Salfeld und Mortitz Braun sind machtlos: Das Hinspiel gewann der FCH  mit 2:0.
Homburgs Tom Schmitt schiebt den Ball ins FSV-Tor. Torwart David Salfeld und Mortitz Braun sind machtlos: Das Hinspiel gewann der FCH mit 2:0. FOTO: Mischa
HOMBURG. In der Fußball-Oberliga empfängt der FC Homburg heute den FSV Jägersburg zum Stadtderby. Vor allem beim FSV ist die Freudesehr groß. Von Stefan Holzhauser

 Es ist Derby-Zeit. In der Fußball-Oberliga empfängt der FC Homburg am Freitag um 19 Uhr den Lokalrivalen FSV Jägersburg. Die Homburger hatten das Hinspiel im Dauerregen durch zwei Treffer von Tom Schmitt (32., 41.) vor 1390 Zuschauern mit 2:0 gewonnen. Bislang haben die Grün-Weißen sämtliche 23 Partien siegreich gestaltet. Am vergangenen Dienstag wurde im Waldstadion das personell geschwächte Schlusslicht FSV Salmrohr mit 5:0 (4:0) bezwungen. Vor 523 Zuschauern trafen Jan Eichmann (7., 38.), Patrick Lienhard (15.) sowie Schmitt (30., 84.). „Es war wichtig, nach der langen Pause gut reinzukommen. Die Konzentration hat von der ersten Minute an gestimmt. Ich kann meiner Mannschaft nur zu diesem souveränen Sieg gratulieren“, freute sich der Homburger Trainer Jürgen Luginger.


Für das Derby steht noch hinter dem Einsatz der beiden gegen Salmrohr ausgewechselten Alexander Hahn und Patrick Dulleck ein Fragezeichen. Noch kein Thema ist Torhüter Marc Redl, der sich am Daumen eine Schnittwunde zugezogen hat. „Es erwartet uns ein ganz anderer Gegner als noch am Dienstag“, zollt Luginger dem FSV Jägersburg Respekt. Und der 2. Vorsitzende Rafael Kowollik meint: „Man kann nur den Hut davor ziehen, was der FSV Jägersburg im bisherigen Saisonverlauf geleistet hat. Wir hoffen auf 1200 bis 1300 Zuschauer.“ Kowollik wohnt in Jägersburg, wird also den gleichen Anfahrtsweg wie die Gäste haben.

„Wer vor einigen Jahren gesagt hätte, wir würden einmal in einem Pflichtspiel im Waldstadion auf den FC Homburg treffen, wäre vermutlich für verrückt erklärt worden. Wir sind haushoher Außenseiter und wollen diesen Tag einfach nur genießen“, meint Jägersburgs Vorsitzender Werner Finken. Es sei sehr schade, dass man nun ausgerechnet „bei einem der absoluten Höhepunkte der Vereinsgeschichte“ personell so arg geschwächt ist. So liegen derzeit Torjäger Murat Adigüzel (muskuläre Probleme und Mittelohrentzündung), Julian Fricker (Zehenbruch) sowie Daniel Dahl (Oberschenkel-Probleme) auf Eis. Außerdem sei Niklas Holzweißig beruflich verhindert.  



„Ich war ja zwei Mal Spieler beim FCH. Es war eine schöne Zeit damals. Und ich hege immer noch eine gewisse Sympathie für den Verein. Allerdings hält sich bei mir die Vorfreude auf dieses Spiel in Grenzen“, meint Jägersburgs Trainer Thorsten Lahm. So käme diese Partie aufgrund der Personalprobleme „nicht zur rechten Zeit“. Und außerdem sei der FCH kein Oberliga-Team – sondern vielmehr eine Regionalliga-Mannschaft, die gerade „einen Betriebsunfall beseitigt“.

Weitaus größer ist die Vorfreude bei seinem rechtzeitig zum Derby nach einer Grippe wieder genesenen linken Außenverteidiger Steven Simon. „Wir haben uns im Verlauf dieser Saison spielerisch enorm weiterentwickelt. Für mich ist es ein absoluter Höhepunkt, mit dem FSV im Waldstadion bei meinem Ex-Verein antreten zu dürfen. Wichtig wird sein, nicht früh in Rückstand zu geraten. Trotz der nur schwer zu kompensierenden Ausfälle setzen wir auch im Derby auf unser gefährliches Umschaltspiel“, sagt der 24-jährige Simon.