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Singen im Advent
Chorgesang unter einem Himmel

 Alle Chöre gemeinsam beim Abschlusslied „Magnificat“, im Vordergrund Martin Folz.
 Alle Chöre gemeinsam beim Abschlusslied „Magnificat“, im Vordergrund Martin Folz. FOTO: Bill titze / Bill Titze
Bruchhof. In die katholische Kirche Maria Hilf in Bruchhof hatte der Verein Saarpfalzkultur zum offenen Singen eingeladen. Von Bill Titze

Gerade in der Weihnachtszeit haben viele Menschen ein Bedürfnis nach Gemeinschaft und viele verbinden dieses Zusammensein mit dem Singen und Hören von Liedern, was nicht zuletzt die vielen Adventskonzerte in der Region zeigen. Während bei diesen jedoch zumeist das „Hören“ im Vordergrund steht, war es in der katholischen Kirche Maria Hilf in Bruchhof vor allem das „Singen“, das im Mittelpunkt stand (wir berichteten kurz).


Unter dem Motto „Unter einem Himmel“ veranstaltete der Verein Saarpfalzkultur in Zusammenarbeit mit dem Kreis-Chorverband Homburg ein „Offenes Singen“ unter der Leitung von Martin Folz, bei dem bekannte, aber auch einige weniger geläufige Weihnachtslieder intoniert wurden.

In seiner Begrüßung erläuterte der Vorsitzende von Saarpfalzkultur, Alexander Funk, kurz den Sinn des vor zwei Jahren gegründeten Vereins. Ziel sei es „in einer Zeit des Wandels die Kulturakteure im Kreis an einen Tisch zu bringen.“ Dies war dem Veranstalter an diesem Abend offensichtlich gelungen, denn mit den Chören Sing‘ n‘ Swing, Voices Alive, dem Gemischten Chor 1953 Niederbexbach, dem Schmidt‘schen Gesangverein 1883, sowie der Kulturgemeinde Jägersburg  nahmen gleich fünf Gesangsgruppen am „Offenen Singen“ teil. Neben den Chören sollten aber vor allem auch die Besucher ihren Teil zu einer gelungenen Veranstaltung beitragen. Dazu wurden diese den Abend hindurch immer wieder vom langjährigen Leiter des Trierer Friedrich-Spee-Chors, Martin Folz, der das Programm zusammengestellt hatte, zum Singen animiert.



Mit seiner lockeren und humorvollen Art brachte er das Publikum nicht nur zum Lachen, sondern schaffte es auch, dass die Gäste ihre Hemmungen schnell fallen ließen und durchaus stimmgewaltig mitsangen. Gleich beim ersten Lied, dem Kanon „Der Himmel geht über allen auf“, sangen die Besucher ohne die Chöre und wurden anschließend von Folz gelobt. „Am besten gehen die Chöre gleich mit den Aufnahmeanträgen durch, das war wunderbar.“

Thematischer Mittelpunkt war die Adventszeit, mit dessen Bedeutung sich die Gesangsgruppen intensiv auseinandergesetzt hatten. Dies sei eine „Zeit der Dunkelheit, aber auch eine Zeit der Hoffnung“, wie Folz betonte. Dementsprechend setzten sich verschiedene Lieder mit dem Licht als Hoffnungsschimmer in einer dunklen Zeit auseinander.

Dazu passte auch die Idee des „Offenen Singens“ selbst, die laut Folz in der Nachkriegszeit entstanden sei, in der langsam wieder Hoffnung in den Menschen aufgekommen war. Dabei verwies er auch auf das europäische Ausland, wie zum Beispiel Skandianvien, wo sich mitunter tausende zum gemeinsamen Singen träfen. So viele waren in die Maria Hilf Kirche zwar nicht gekommen, dennoch war Folz „überrascht von der großen Zahl“, die gekommen waren. In der Tat war die Kirche sehr gut gefüllt, was für eine tolle Atmosphäre sorgte, wie Frank Vendulet, Vorsitzender des Kreis-Chorverbandes Homburg, in seinem Schlusswort festhielt. „Das war ein wunderschönes Konzert. So schnell sind selten 90 Minuten vorbeigegangen.“