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Schulische Integration
Bildung schafft gesellschaftliche Teilhabe

Die Workshop-Teilnehmer_innen erörtern mögliche Projekte und Maßnahmen zur schulischen Integration von Geflüchteten und Neuzugewanderten im Saarpfalz-Kreis.
Die Workshop-Teilnehmer_innen erörtern mögliche Projekte und Maßnahmen zur schulischen Integration von Geflüchteten und Neuzugewanderten im Saarpfalz-Kreis. FOTO: Beate Ruffing/Saarpfalz-Kreis
Homburg. Strategieworkshop im Homburger Forum beschäftigte sich mit den Herausforderungen der schulischen Integration. Von red

(red) Im Strategieworkshop „Schulische Integration von neu zugewanderten Seiteneinsteigern“ wurden strukturgebende Maßnahmen erarbeitet zur Beschulung von geflüchteten und zugewanderten Schülerinnen und Schüler, die Deutsch nicht als Muttersprache gelernt haben.


Aktuell werden an den weiterführenden Schulen im Saarpfalz-Kreis rund 650 Geflüchtete und Neuzugewanderte unterrichtet. Seit 2015 sind jährlich bis zu 200 Seiteneinsteiger in den Schulen aufgenommen worden, die über keine ausreichenden Deutschkenntnisse für den Unterricht verfügen, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Der Saarpfalz-Kreis ist Träger von 19 weiterführenden Schulen: vier Gymnasien, neun Gemeinschaftsschulen, vier Förderschulen und zwei Berufsbildungszentren. Die sprachliche und soziale Integration der zugewanderten Kinder und Jugendlichen an den Schulen sei eine anspruchsvolle Aufgabe, die die effektive Zusammenarbeit aller Akteure erfordert.

Dies war Anlass für Landrat Theophil Gallo, zu einem Austausch im Rahmen eines Workshops ins Homburger Forum einzuladen. Bunt gemischt setzte sich der Teilnehmerkreis des Workshops nicht nur aus Schulleitungen, Lehrkräften, Trägern der Nachmittagsbetreuung und Vertreterinnen aus dem Bildungsministerium zusammen, sondern aus den zuständigen Fachbereichen der Kreisverwaltung wie Schulverwaltung, Schulpsychologischer Dienst, Gesundheitsamt, Jugendamt, Soziale Angelegenheiten und Jobcenter sowie verwaltungsexterner Akteure wie Migrationsberatungsstellen und ehrenamtlichen Flüchtlingshilfeinitiativen.



Bei der Workshop-Einführung betonte Gallo das herausragende Engagement in den Schulen und aller haupt- und ehrenamtlichen Akteure in der Integrationsarbeit in den vergangenen drei Jahren: „Nun gilt es, für die Zukunft gemeinsam verlässliche Unterstützungsstrukturen für die zugewanderten Kinder, deren Eltern und unserer Schulen zu schaffen. Die Ergebnisse aus dem Workshop sollen die Grundlage bilden für die Konzeptionierung der schulischen Integration Neuzugewanderter durch die Leitstelle Lebenslanges Lernen des Saarpfalz-Kreises.“

Die Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Kultur, Christine Streichert-Clivot, stellte in ihrem Grußwort fest: „Eine erfolgreiche Integration in unser Bildungssystem schafft die Voraussetzungen für eine gesellschaftliche Teilhabe und eine selbstbestimmte Lebensführung. Unsere Bildungseinrichtungen haben diesen Auftrag mit großem Engagement angenommen. Aber wir dürfen unsere Schulen mit dieser gesellschaftlichen Aufgabe nicht alleine lassen und ihnen die notwendigen Unterstützungen zur Verfügung stellen. Dabei ist der Blick aus unterschiedlichen Perspektiven und Professionen notwendig, um die Bedarfe richtig zu erkennen und erfolgreich Maßnahmen umsetzen. Diese zusammenzubringen und das Vorgehen aufeinander abzustimmen, ist von zentraler Bedeutung, damit Integration gelingt.“

In intensiven Arbeitsphasen, moderiert von der Transferagentur für Kommunales Bildungsmanagement Rheinland-Pfalz-Saarland, wurden mit Blick auf die schulischen Seiteneinsteiger und deren Eltern gemeinsame Ziele formuliert und mögliche Umsetzungsschritte erarbeitet: Der Schulbeginn neu zugewanderter Kinder und deren Eltern soll im Saarpfalz-Kreis durch einheitliche Informationen zum Schulsystem und durch Bildungsberatung erleichtert werden. Die Kinder sollen intensiv sprachlich vorbereitet und gefördert werden, damit sie in die Lage versetzt werden, dem Unterricht zu folgen, um langfristig einen bestmöglichen Schulabschluss und Ausbildungsreife zu erreichen. Dabei gilt es nicht nur die schulische Integration, sondern insbesondere auch die soziale Integration ihrer gesamten Familie in der neuen Heimat zu fördern.