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Holländisches Königspaar
Dunkler Anzug, gedeckte Krawatte

Homburg. Wir sprachen mit Ulrich Kerle, dem kaufmännischen Direktor des Uniklinikums. Könige begrüßt er nicht jeden Tag. Von Christine Maack

. Wie begrüßt man am kommenden Freitag das Königspaar? Diese Frage muss sich der kaufmännische Direktor des Uniklinikums, Ulrich Kerle, nicht mehr stellen, er hat sie für sich und gegenüber unserer Zeitung bereits beantwortet: „In meinem gewohnt gepflegten Erscheinungsbild“.


Nun muss er selbst lachen und fügt hinzu: „Ich habe dafür keine Vorschriften gemacht bekommen, es ist ja kein offizielles Dinner, sondern ein Arbeitsbesuch. Also werde ich einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine gedeckte Krawatte wählen.“ Eigentlich, fügt er hinzu, sei sein Erscheinungsbild beim Königsbesuch „nicht anders als sonst, wenn ich zur Arbeit komme. Nur am Freitag vielleicht ein bisschen dunkler als sonst.“

Ob er aufgeregt ist? „Nein, bisher noch nicht, aber ich denke schon, dass die Aufregung etwas steigen wird. So ein hoher Besuch ist ja nicht alltäglich. Aber ein wenig Aufregung ist schon in Ordnung, damit man nicht zu lässig wird.“



Die Begrüßung wird von Seiten der Direktion des Universitätsklinikums nur von Ulrich Kerle vorgenommen, „denn es handelt sich protokollarisch um den Besuch einer Wirtschaftsdelegation, das heißt, es geht nicht um Medizin, sondern ums Wirtschaftliche. Das fällt in meinen Geschäftsbereich.“

Dem Königspaar wird auch holländisches Know how vorgeführt, von einer Firma, die eine Anwendung entwickelt hat, „mit der Patienten schnell einchecken können, etwa vergleichbar mit den Systemen an Flughäfen.“ Das sieht so aus, dass der Patient mit seiner Einweisung ans Klinikum kommt, diese Einweisung wird elektronisch eingelesen, die Informationen werden sofort an die zuständige Abteilung übermittelt, „so dass die Patienten ohne Wartezeit den richtigen Stationen zugewiesen werden und dort schon alle wichtigen Infos vorliegen, wenn sie eintreffen.“ Dieses Verfahren werde bereits an mehreren Kliniken in den Niederlanden genutzt, „jetzt ist es am Uniklinikum in Ulm im Gespräch, demnächst wollen wir in Homburg folgen.“

Damit das Königspaar diese Neuerung gleich selbst erfahren kann, wird es symbolisch eingecheckt. Wie bereits berichtet, dauert der Besuch maximal anderthalb Stunden und findet größtenteils in den Räumlichkeiten der neuen I-Med statt. Im „Raum der Stille“ gibt es abschließend eine Presserklärung des Paares, aber auch hier ist alles reglementiert.

So ist es den saarländischen Medien erlaubt, jeweils nur eine Frage stellen zu dürfen. Das erinnert dann doch schon arg an den lustigsten Pressetermin der amerikanischen Filmgeschichte: Gregory Peck als sorglos-faul-versoffener amerikanischer Journalist Joe Bradley, der der ausgebüchsten Prinzessin Ann (Audrey Hepburn) über den Weg läuft und ihr einen Tag lang Rom zeigt, „Roman Holiday“, auf deutsch: „Ein Herz und eine Krone“ genannt.

Am Ende trennen sich beide schweren Herzens und sehen sich erst bei einer Pressekonferenz wieder. Joe Bradley springt als Gentleman über seinen eigenen Schatten und macht keine „Story“ aus der aufregenden Begegnung. Und es ist immerhin mehr als eine Frage von Seiten der Presse erlaubt. Und was macht die Prinzessin? Sie gibt jedem Journalisten die Hand und flötet als Sprachübung in der jeweiligen Landessprache eine Floskel: „How do you do“, „Good Afternoon“ „God Dag“ . Auf Holländisch hieße es Goede Dag. Aber wie der kaufmännische Direktor Ulrich Kerle verlauten ließ, werde beim Besuch im Saarland Englisch gesprochen. Aus Rücksicht auf Königin Maxima, die kein Deutsch könne.

Den Königsbesuch findet Ulrich Kerle „perfekt“, er sei zwar kein Leser von königlichen Klatschgeschichten, unterstütze aber „jedes System, das funktioniert, dazu gehören auch Königshäuser“. Fürs Saarländische Universitätsklinikum sei es eine „großartige Sache und eine einmalige Chance, unser hochmodernes Klinikum zu präsentieren“.

Ulrich Kerle, kaufmännischer Direktor, begrüßt die Gäste.
Ulrich Kerle, kaufmännischer Direktor, begrüßt die Gäste. FOTO: Raºdiger Koop
Ein Herz und eine Krone Zur ZDF-Sendung am 01.05.01 um 14:30 Uhr. Ein Herz und eine Krone. Amerikanischer Spielfilm von 1953. Das hübsche junge Mädchen alias Prinzessin Anne (Audrey Hepburn) und der Journalist Joe Bradley (Gregory Peck) haben sich an einem wunderschönen Tag in Rom ineinander verliebt. Am Abend gibt es einen traurigen Abschied, denn beide wissen, dass sie sich nicht mehr wiedersehen dürfen. Foto nur s/w
Ein Herz und eine Krone Zur ZDF-Sendung am 01.05.01 um 14:30 Uhr. Ein Herz und eine Krone. Amerikanischer Spielfilm von 1953. Das hübsche junge Mädchen alias Prinzessin Anne (Audrey Hepburn) und der Journalist Joe Bradley (Gregory Peck) haben sich an einem wunderschönen Tag in Rom ineinander verliebt. Am Abend gibt es einen traurigen Abschied, denn beide wissen, dass sie sich nicht mehr wiedersehen dürfen. Foto nur s/w FOTO: obs / ZDF
In vollem Ornat wie hier werden Königin Maxima König Willem-Alexander jedenfalls nicht in Homburg erscheinen. Es ist nur ein Arbeitsbesuch
In vollem Ornat wie hier werden Königin Maxima König Willem-Alexander jedenfalls nicht in Homburg erscheinen. Es ist nur ein Arbeitsbesuch FOTO: dpa / Robin Van Lonkhuijsen