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Stadtbild soll verbessert werden
Auch eine Innenstadt will möbliert sein

Wie eine Stadt von ihren Einwohnern und Gästen wahrgenommen wird, das hängt, neben dem Angebot von Einzelhandel und Gastronomie, auch von der Gestaltung des öffentlichen Raums ab, Stichwort: Wohlfühlfaktor.
Wie eine Stadt von ihren Einwohnern und Gästen wahrgenommen wird, das hängt, neben dem Angebot von Einzelhandel und Gastronomie, auch von der Gestaltung des öffentlichen Raums ab, Stichwort: Wohlfühlfaktor. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Ein Arbeitskreis Stadtmobiliar arbeitet daran, die Ausstattung des öffentlichen Raumes auf ein ansprechendes, vereinheitlichtes Niveau anzuheben. Dazu gehören neben Bänken auch Mülleimer. Von Thorsten Wolf

Eine attraktive Innenstadt muss heute einiges bieten. Gefragt sind ein lebendiger Einzelhandel und eine Gastronomie, die die Verweildauer der Besucher steigert. Als Stadt kann man hier Rahmenbedingungen setzen, vieles regelt sich aber über den freien Markt und das Engagement von Gewerbetreibenden und Gastronomen. Doch gerade die genannten Rahmenbedingungen haben einen wichtigen Einfluss darauf, wie sowohl Besucher als eben auch die Wirtschaft einen Standort betrachten und bewerten. Oder, um es etwas salopp zu sagen: Der Rahmen muss zum Bild passen.


Es geht also konkret darum, den öffentlichen Raum, wo immer es geht, attraktiv zu gestalten, ihn wohnlich zu machen. Dieses Thema ist in Homburg seit langer Zeit ein großes, immer wieder gab es Anstrengungen, das Bild der Innenstadt und der Altstadt ein bisschen aufzuhübschen.

Dass es da einiges zu tun gibt, dessen sind sich alle Beteiligten, so die Politik und die Verwaltung als Verantwortliche, wohl einig. Tatsache ist aber auch, dass sich sichtbar in den vergangenen Jahren nicht so wirklich viel getan hat. Zumindest nicht im öffentlichen Raum. Immerhin wurden einige Ideen formuliert, die sich mitunter allerdings eher das Prädikat „seltsam“ verdienten. So brachte ein Workshop im Jahr 2016 den Gedanken auf, das Tal-Zentrum zu einer Art „Dschungel“ zu verwandeln und es damit zu einem Einkaufsort mit Erlebnis-Charakter zu machen. Daraus wurde nichts – so mancher wird wohl denken „Gott sei Dank“. Eben dieser Workshop legte aber auch den Finger in eine besondere wunde Stelle der Stadt, das so genannte „Stadtmobiliar“. Das erfreut sich in Homburg seit jeher großer Vielfalt, unterschiedliche Sitzmöbel, Mülleimer und auch Lampen vermitteln vieles, aber keine Einheitlichkeit.



Um das zu ändern, hat man in Homburg eigens ein Gremium gebildet. „Schon vor geraumer Zeit wurde ein ‚Arbeitskreis Stadtmobiliar‘ eingerichtet, in dem städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch Ratsmitglieder mitwirken, um die Ausstattung des öffentlichen Raumes auf ein ansprechendes, vereinheitlichtes Niveau anzuheben“, erklärte Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff auf Nachfrage unserer Zeitung. „Darüber hinaus soll auch die Vielzahl der Mülleimermodelle und Mobiliarelemente reduziert werden. Auch soll mit neuen Standorten mehr Akzeptanz gefördert werden. Außerdem soll  die Sauberkeit rund um die Mülleimerstandorte verbessert werden. Je nach dem, für welche Mülleimermodelle man sich entscheidet, sind diese teilweise auch leichter und schneller zu reinigen, so dass eine entsprechende Entscheidung auf Dauer auch Aufwand und Kosten reduzieren hilft.“

Von einem großen Wurf in Sachen „Stadtmobiliar“ scheint man allerdings noch etwas entfernt. Und das liegt augenscheinlich an einem größeren Projekt. Jürgen Kruthoff: „Was uns in der Sache allerdings etwas einbremst ist der Umstand, dass wir einen Beschluss nach Paragraf 141 des Baugesetzbuches gefasst haben.“ Zum Hintergrund: Mit einem solchen Beschluss werden die Notwendigkeit einer Sanierung, die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge sowie die anzustrebenden allgemeinen Ziele und die Durchführbarkeit einer baulichen Sanierung im Allgemeinen geprüft.

Das Ziel der Homburger Politik und Verwaltung: „Mit diesem Beschluss wollen wir im Programm ‚Städtebaulicher Denkmalschutz‘ mit einem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept Fördergelder akquirieren. Dieses Programm befindet sich in der Aufstellung, neben Gestaltungsvorgaben und örtlichen Bauvorschriften werden aber auch die Stadtmobiliare ausgesucht und beschlossen werden müssen.“

Letztlich, so Kruthoff, ende das ganze Verfahren wahrscheinlich in einem vereinfachten Sanierungsgebiet. Dieses werde dann für das betroffene Stadtgebiet festgelegt werden. „Wir wissen erst genau nach Beratung und Ratsbeschluss, welche Poller, Bänke, nichtöffentlichen Verkehrsschilder, Wetterschutzeinrichtungen und weiteres mehr beschafft werden können und ob der Straßenraum in Teilen neu gestaltet werden soll.“ Das hört sich nach einiger Zeit an, die noch zu vergehen hat, bis Homburg das von vielen geforderte Face-Lift erhält.

Immerhin eine Sache, die sich zumindest im Randbereich von „Stadtmobiliar“ bewegt, könnte auf Sicht verwirklicht werden. Kruthoff: „Zum Thema Stadtmobiliar passt unsere etwas hintangestellte Idee, als Ersatz für den zurückgebauten Spielplatz in der Uhlandstraße, der dort dem neuen Parkplatz weichen musste, einzelne Spielgeräte für Kinder im Bereich der Fußgängerzone zu platzieren. Da es in den kommenden Monaten zu umfangreicheren Leitungsarbeiten in der Eisenbahnstraße kommen wird, soll im Zuge dieser Maßnahme die Installation von Spielgeräten erfolgen, da der Bodenbelag dann ohnehin aufgemacht wird.“