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| 20:23 Uhr

Theater beim MV MImbach
Deftiges Bauernspektakel mit einer Portion Lokalkolorit

Szene aus dem Theaterstück: Melanie Grünbach (Johanna Greff, links) und Silvia Grünbach (Maren Tholl).
Szene aus dem Theaterstück: Melanie Grünbach (Johanna Greff, links) und Silvia Grünbach (Maren Tholl). FOTO: Jörg Martin
Blieskastel. Von Jörg Martin

„Nur noch ein Werbespot, dann geht’s los“, hatte Volkmar Klein nach dem Weihnachtskonzert des Musikvereins Frohsinn Mimbach (wir berichteten) zum Publikum gesagt. Das war noch in der Bliesgaufesthalle geblieben, um das Theaterstück nach dem Konzert zu sehen. Vizevorsitzender Klein hatte nicht zuviel versprochen. „Die Überraschung aus dem Osten“ (Regie: Eric Moschel/Souffleuse: Annette Blumenauer) von Claudia Gysel, hieß das aufgeführte Stück. Die musizierenden Schauspieler sind von der Feldarbeit gezeichnet.

Seit dem Spätsommer haben sie das Feld der humorvollen Landwirtschaft beackert. Da lebt auf dem Exborn-Hof auf Mimbacher Bann die Bauersfamilie Grünbach. Dort lassen so ziemlich alle Beteiligten buchstäblich die Kuh fliegen. Die Hauptsorge von Bauer Paul Grünbach (Eric Moschel) ist die, nicht die richtigen Arbeitskräfte zu finden. Man muss den Horizont schon weit über die Pfalz hinaus ausdehnen. Damit hat Töchterchen Melanie Grünbach (Johanna Greff) gar nichts am Hut. Die Studentin ist dem Schlankheitswahn verfallen, flippt lieber in Saarbrücken rum und ist gerade untröstlich, weil Mutti Heidi Grünbach (Antje Herrmann) es verschwitzt hat, ihr einen Vollkorn-Müsliriegel mitzubringen. Die Bäuerin ruft sie dafür immer „Melllaaaahhhhnie“. Aber immerhin hat Melanie wieder das Klo geräumt. So, dass der Bauer endlich mit einem Erotikmagazin dorthin kann. Ein paar Minuten Abstand von Praktikant Ali (Mustafa Al-Dema) tun gut. Der versteht nämlich Deutsch nur, wenn er will. „Ali, mir graut vor dir“, sagt Paul nicht selten zu dem Mann aus Bagdad. Damit nicht genug. Ali sieht auch nicht, wenn eine Kuh bullt. Er ist nicht das einzige Sorgenkind auf dem Exborn-Hof. Tante Fine Meierhöfer (Anja Jung), die bestialisch stinkt, da sie mit der Körperpflege auf Kriegsfuß steht, füttert alte Würste an den Hund.

Kein Wunder, dass es dem schlecht geht. Fine ist aber auch der Meinung, dass Ausländer im Ausland bleiben sollen. Melanie schwärmt hingegen für ihren Uni-Referenten Mohammed. Den wiederum hält die Tante für einen Inhaftierten. Eine Wahnsinns-Verwechslungs-Lawine kommt ins Rollen. Zwischendrin kommt Panik beim Bauer auf, da er seinen kurzen Schlafi (anzug) nicht finden kann. Das beschwert ihm und dem Liebesleben mit der Bäuerin daraufhin neue, nächtliche Impulse. Da gerät auch der Hass auf alles Östliche in den Hintergrund. Der kam zustande, als er sich früher beim Mauerfall verspekulierte. Doch dann kommt Schwägerin Silvia Grünbach (Maren Tholl) vorbei und hat ihren neuen Liebhaber im Gepäck.

Oleg Krasnov (Jutta Hähne) wird allerdings von der Bäuerin für den neuen Freund von Melanie, die einen auf „Paris Hilton von Mimbach“ macht, gehalten. Die wiederum hält Oleg für einen Immobilien-Spekulanten. Auch Paul hält ihn für einen Kollegen von Ali. Doch der Mann aus Moskau kauft am Ende das Nachbargrundstück als Mitgift für Silvia. Und dann wandelt sich der Sinn der Grünbachs. „Wir sind offen für alles“, betont Mutter Heidi. So, als sei das immer schon so gewesen. Ende gut, alles gut.