1. Saarland

"Ein Glücksfall für die Gemeinde"

"Ein Glücksfall für die Gemeinde"

Quierschied. Wer ins Quierschieder Rathaus will, der muss an ihr vorbei. Gleich im Eingangsbereich, an der Infothek, sitzt Barbara Frania. Die 46-Jährige mit dem charmanten Lächeln ist sozusagen das Gesicht der Gemeinde. Freundlich und unaufgeregt kümmert sie sich um Anrufe und um Bürger, die "aufs Amt" wollen. Den Anrufern gibt sie Auskunft über die Gemeinde

Quierschied. Wer ins Quierschieder Rathaus will, der muss an ihr vorbei. Gleich im Eingangsbereich, an der Infothek, sitzt Barbara Frania. Die 46-Jährige mit dem charmanten Lächeln ist sozusagen das Gesicht der Gemeinde. Freundlich und unaufgeregt kümmert sie sich um Anrufe und um Bürger, die "aufs Amt" wollen. Den Anrufern gibt sie Auskunft über die Gemeinde. Den Bürgern, die ins Rathaus wollen, weist sie den Weg zu den Sachbearbeitern.Seit fünf Jahren ist Barbara Frania die Frau an der Information. Bei einem anonymen Test der Servicequalität der Tourist-Informationen im Saarland landete die Telefonzentrale der Gemeinde Quierschied von 30 überprüften Einrichtungen auf dem fünften Platz. Im Auftrag des Sparkassen-Tourismusbarometers Saarland wurde die Servicequalität mit so genannten "Mystery Checks" überprüft. In dem Verfahren mit verdeckt auftretenden Personen wurden jeweils zwei telefonische und zwei E-Mail-Anfragen gestellt. Es handelte sich dabei sowohl um Standardanfragen als auch um zielgruppenspezifische Anfragen. Die Standardanfragen beinhalteten eine Unterkunftssuche mit dem Ziel, ein Angebot oder eine Empfehlung zu erhalten und die Bitte um Informationen zum Ort und der Region, oder Veranstaltungshinweise im angegebenen Zeitraum. Bei zielgruppenspezifischen Anfragen ging es darum, die Bedürfnisse bestimmter Gruppen zu berücksichtigen wie Wandern, Radfahren oder Familienurlaub.

Nach Angaben der Tester überzeugte Barbara Frania durch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Sie erteilte Auskünfte zur Freizeitgestaltung und Veranstaltungen, gab sogar Wandertouren-Tipps. "Der Job macht mir großen Spaß. Ich habe gerne Kontakt mit Menschen", sagt die 46-Jährige. Über sich sagt sie: "Ich bin ausgeglichen und lasse mich durch nichts aus der Ruhe bringen." Bürgermeisterin Karin Lawall bezeichnet die Mitarbeiterin als "Glücksfall für die Gemeinde". Sie sei freundlich und kompetent, weit mehr als nur die Frau an der Telefonzentrale.

Allerdings sieht Lawall trotz des guten Abschneidens der Gemeinde noch Verbesserungsbedarf. Service-Qualität in der Verwaltung werde nicht nur aus touristischen Gesichtspunkten, sondern auch für die Bürger immer wichtiger. "Wir werden zwei Mitarbeiterinnen als Qualitäts-Coach schulen und in einem weiteren Schritt die Zertifizierung gemäß der Initiative ,ServiceQualität Deutschland' anstreben", erläutert die Verwaltungschefin. Im touristischen Bereich sieht sie für ihre Gemeinde noch einiges Potenzial. "Wir haben viele interessante Dinge, die wir zukünftig noch stärker vermarkten wollen", sagt Lawall und nennt unter anderem die beiden Förderschächte in Camphausen und Göttelborn, die Bergarbeitersiedlungen in Fischbach und Göttelborn, ausgezeichnete Rad- und Wanderwege und auch die Halde Lydia bei Fischbach. ll