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Saarländer Michael Blug wird neuer Verdi-Chef

Der frühere Verdi-Saar-Chef Alfred Staudt (vorne rechts) gratuliert Michael Blug zu seiner Wahl zum Vorsitzenden des neuen Landesbezirks Rheinland-Pfalz-Saarland. Foto: Rüdiger Mosler
Der frühere Verdi-Saar-Chef Alfred Staudt (vorne rechts) gratuliert Michael Blug zu seiner Wahl zum Vorsitzenden des neuen Landesbezirks Rheinland-Pfalz-Saarland. Foto: Rüdiger Mosler FOTO: Rüdiger Mosler
Frankenthal. Michael Blug aus Bous ist erster Leiter des neu gegründeten Verdi-Landesbezirks Rheinland-Pfalz-Saarland. Er will die Gewerkschaft zurückbringen an den Verhandlungstisch mit der Ministerpräsidentin über den künftigen Sparkurs des Landes. Thomas Sponticcia

Riesenjubel bei der Abstimmung in Frankenthal und eine nicht enden wollende Schlange an Gratulanten: Michael Blug aus Bous , der neue Verdi-Chef für Rheinland-Pfalz und das Saarland, ist gestern mit dem Rekordergebnis von 109 der 110 Delegierten gewählt worden. Damit haben die Gewerkschafter die bereits im April vergangenen Jahres vollzogene Fusion der der Verdi-Landesverbände Rheinland-Pfalz und Saarland endgültig abgesegnet. 120 000 Mitglieder hat der neue Landesbezirk insgesamt.

Seinen größten Kontrahenten an der Saar hat der 53-jährige Blug bereits augemacht: "Bulli". Die Sparvorschläge von Innenminister Klaus Bouillon (CDU ) hält er für völlig untauglich, um das Saarland in eine finanzstärkere und sichere Zukunft zu führen. Bereits am kommenden Montag, zeitgleich zur Vorstellung des lange erwarteten Gutachtens zur Zukunft der Kommunalfinanzen an der Saar , will sich Blug zum Gespräch mit allen Personalräten der Gemeinden und Landkreise treffen. "Zehn Prozent Personal einzusparen, wie es Bouillon fordert, ist der völlig falsche Ansatz und löst das Problem nicht. Damit kann man das Saarland nicht retten." Stattdessen müsse man fragen, welche Dienstleistungen das Land überhaupt noch erbringen kann.

Der neue Verdi-Chef strebt offenbar ein entkrampfteres Verhältnis zu Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ) an. Nach der Weigerung des früheren Verdi-Landesvorsitzenden im Saarland, Alfred Staudt, die Gespräche über einen Sparkurs des Landes mit zu begleiten, will Blug mit dem neuen Verdi-Vorstand Möglichkeiten ausloten, mit der Regierungschefin wieder näher ins Gespräch zu kommen.

Auch in die Diskussion über die künftige Krankenhauslandschaft an der Saar will sich der neue Verdi-Chef einmischen. Bei der Neukonzeption und Zahl der künftigen Kliniken müssten die Interessen der Mitarbeiter sowie Patienten im Vordergrund stehen, nicht die der Krankenhausträger.

Den Hauptvorteil der Verdi-Fusion sieht Blug in der Abschaffung von Doppelfunktionen und einer wachsenden strategischen Stärke. Finanziell sei der neue Landesverband Rheinland-Pfalz-Saarland nach dem Zusammenschluss gut aufgestellt. Er verfügt nach Angaben von Kurt Hau, dem bisherigen stellvertretenden Landesbezirksleiter, über ein Vermögen von knapp 6,4 Millionen Euro. Darin enthalten sind Rücklagen in Höhe von 927 000 Euro.

Kurt Hau gehört zu den Saarländern innerhalb von Verdi, die die Fusion mit Rheinland-Pfalz vorangetrieben haben. Er räumte aber ein, dass es im Vorfeld der Fusion "Reibereien" bei Verdi-Saar gegeben habe. Alfred Staudt, der nicht mehr in vorderster Linie antritt, wird künftig als Landesfachbereichsleiter für Sozialversicherungen und Krankenkassen tätig sein.

Meinung:
Neustart ohne Störung

Von SZ-RedakteurThomas Sponticcia

Das Bauchgrimmen und die Widerstände aus dem Saarland gegen eine Fusion des Verdi-Landesbezirks mit Rheinland-Pfalz waren im Vorfeld groß. Umso erstaunlicher ist es, dass der "Vereinigungskongress" in Frankenthal gestern störungsfrei ablief. Man hat sich wohl mit der Fusion abgefunden und will sachlich durchstarten, statt sich länger mit sich selbst zu befassen. Erstes Ziel wird ein wieder besseres Verhältnis zur saarländischen Landesregierung sein. Man darf gespannt sein, wie geschickt hier der neue Verdi-Chef vorgeht.