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Vereine: Beim Fischerfest schmeckt auch die Pizza

Vereine : Beim Fischerfest schmeckt auch die Pizza

In Dietrichingen haben sie viel Erfahrung mit großen Festen. Das stellte nun der Angelsportverein erneut unter Beweis.

Das Feiern zünftiger Feste haben die Dorfbewohner längst verinnerlicht, steckt ihnen sozusagen im Blut. Die Fischer mit ihrem langjährigen Vereinsboss Burkhard Zahn an der Spitze, den alle nur liebevoll „Burgi“ rufen, bilden davon keine Ausnahme. Im Gegenteil. Eine Reihe ihrer Mitglieder hat hinreichend Erfahrung mit den einst so bekannten Frühlingsfesten und das haftet ihnen allen noch an, wie sie beim diesjährigen Fischerfest am Wochenende erneut unter Beweis zu stellen wussten.

„Dös is bei uns in Fleisch und Blut“, meint beispielsweise Bert Fritzenwanker, der als waschechter Österreicher in den 70er Jahren aus dem Salzburger Land kam und in der Trualbortschaft seine große Liebe und zweite Heimat fand.

Ob Dorf- oder Fischerfest, da müsse schon eine große Helferschar zupacken, damit das Fest zu einem Erfolg werden kann, sinniert „Burgi“ Zahn, der zusammen mit vielen anderen gestandenen Mannsbildern damals in den heißen 70er Jahren zu Fritzenwankers Schuhplattler Gruppe zählte, die insbesondere zu den inzwischen legendären Frühlingsfesten Tausende von Besuchern jeweils in den kleinen Ort lockte.

„Dodemet kenne mir uns mit unserem Fischerfest awwer ned vergleiche“, meint Burkhard Zahn schmunzelnd und freut sich mit allen Verantwortlichen, dass das diesjährige Fischerfest am Dorfbrunnen wieder zu einem vollen Erfolg wurde. Dabei schuldet der Vereinsvorsitzende natürlich sofort eine Erklärung dafür, weshalb ein Fischerfest mit einem „italienischen Abend“ eröffnet wird. Doch schlagfertig wie der „Burgi“ schon immer gewesen ist, kontert dieser gekonnt mit der Feststellung: „Guck Dich um, sinn do ned Leid genuch?“ In der Tat, die Pizzen und Flammkuchen von mehr als einem Zentner Teig, höchstpersönlich von „Burgi“ Zahn nach eigener Rezeptur zubereitet (Burkhard Zahn hat das Bäckerhandwerk beruflich erlernt), lockte die Besucher scharenweise an.

Zahn dazu: „Wir machen das nicht in jedem Jahr, aber ab und an immer wieder. Wer Fisch haben will, kommt nicht zu kurz, aber unsere Pizzen, von denen jeder gegen ein entsprechendes Entgelt so viel essen kann, wie er will, sind schon etwas Besonderes“, was auch prompt die Festbesucher, wie Rolf Henner, bestätigen. Ganz „Italienisch“ ist zudem die Atmosphäre auf dem Festplatz gewesen, bunte Lichterketten und ein ideales Wetter sorgten für die besten äußeren Bedingungen.

Standen Pizzen und Flammkuchen zum Auftakt des Fischerfestes ganz oben an, drehte sich speisekartetechnisch gesehen am Sonntag alles um den Fisch. Ofenlachs auf einem Gemüsebett war dabei ebenso ein Renner, wie die geräucherte Forelle aus dem eigenen Gewässer oder der Seelachs mit verschiedenen Soßen. Insbesondere Aalliebhaber kamen voll und ganz auf ihre Kosten, und der Vereinschef Zahn vergaß es über beide Festtage nicht, darauf hinzuweisen, dass diese Aale allesamt im eigenen Fanggewässer geködert wurden und deshalb besonders schmackhaft seien. 50 Helfer wurden aufgeboten, um die vielen Besucher zufriedenzustellen, und 50 Mitglieder groß ist auch der ASV Dietrichingen, der seit dem Jahr 2000 ein eingetragener Verein ist. Die Jugendarbeit, so berichtet Zahn zwischen Kneten und Formen des Pizzateiges, habe im Verein einen ganz besonderen Stellenwert. Das sei insbesondere ein Verdienst der rührigen Mitstreiter Frank Becker und Udo Hesse.