Blutspende beim DRK Schwemlingen Wie es sich anfühlt, wenn man das eigene Blut hergibt

Schwemlingen · SZ-Mitarbeiterin Tina Leistenschneider hat die Gelegenheit genutzt, in Schwemlingen selbst Blut zu spenden – und über ihre Erfahrung zu berichten.

Meine Füße tippeln hin und her, versuchen in Bewegung zu bleiben. Bloß nicht einfach stehen bleiben, lautet mein Credo, während ich meine Hände in der Jackentasche wärme. Kurz fällt der Blick auf die Uhr, ich warte erst seit fünf Minuten auf dem Parkplatz der Saargauhalle und trotzdem merke ich den eisigen Wind, der uns umgibt. Geduldig warten wir hintereinander darauf, in die Saargauhalle vorgelassen zu werden, wo der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zum Blutspenden aufgerufen hat.

Diesem Ruf sind viele Menschen gefolgt, das Warten vertreiben sich manche mit ihrem Handy oder mit einem Plausch. Nach und nach nähern wir uns dem Eingang, „ich kann die Tür schon sehen“, witzelt ein Mann vor mir nach zirka zwanzig Minuten Wartezeit.

Augenblicke später bin ich auch am Eingang angekommen. Bevor ich die Halle betreten darf, misst ein Ehrenamtler am Eingang meine Körpertemperatur – 35 Grad, kein Fieber, ich darf eintreten.

Nach dem Fiebermessen geht es für mich in den Spenderraum, in dem ich acht Liegen zähle, auf denen Menschen ihr Blut spenden. Mit dem Personalausweis begebe ich mich zur Anmeldung, wo meine Daten erfasst und der medizinische Fragebogen ausgedruckt wird, den ich ausfüllen muss, ehe es zur nächsten Station geht. An der wird mittels eines kleinen Piks in den Finger mein Hämoglobinwert ermittelt, also ob ich ausreichend Eisenreserven für die Neubildung der roten Blutkörperchen habe. Sekunden später piepst das Gerät und bestätigt dem DRK-Helfer, dass ich spenden darf – auch bei einem zu niedrigen Hämoglobin-Wert ist man von der Spende ausgeschlossen.

Danach geht es für mich mit dem ausgefüllten Fragebogen zum Arztgespräch. Der Arzt misst den Blutdruck und erkundigt sich, ob ich genug gegessen und getrunken habe. „Bestimmt anderthalb Liter“, meine ich. „Dann gehen Sie raus und trinken noch zwei Becher.“

Kurze Zeit später werde ich aufgerufen und gefragt, auf welcher Seite ich spenden möchte. „Rechts“, antworte ich, jedoch findet die Mitarbeiterin des DRK meine Venen nicht, links sieht es da schon besser aus. Sorgfältig wird die Einstichstelle desinfiziert und ein Stau angelegt. „Das pikst jetzt gleich.“ Sekunden später fließt mein Blut in einen Plastikbeutel, der auf einer Art Tellerwaage liegt. Der Teller bewegt sich hin und her und durchmischt das Blut. Währenddessen öffne und schließe ich meine Hand stetig. Wiegt der Beutel ein halbes Kilo, ist also ungefähr ein halber Liter Blut gesammelt, dann ertönt ein Signal. Bis dahin vergehen ungefähr fünf bis zehn Minuten. Danach bekomme ich einen Druckverband angelegt und soll 15 bis 20 Minuten ruhen, ehe ich nach Hause gehen kann und dort viel trinken und die Füße hoch legen soll – bis zum nächsten Blutspendetermin.

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