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IHK-Umfrage: Wenige Unternehmen im Saarland streichen Ausbildungslätze

Sonderbefragung der Industrie- und Handeslkammer : Wenige Saar-Unternehmen wollen Ausbildungsplätze streichen

Die IHK hat von Saar-Unternehmen erfahren, dass wegen Corona in Zukunft weniger Ausbildungsplätze angeboten werden. Hauptsächlich im Handel – aber auch in der Industrie. Der Rückgang sei jedoch moderat. Sorge bereitet der IHK eher die geringe Anzahl an Bewerbern auf die Ausbildungsstellen.

Die meisten saarländischen Unternehmen wollen trotz der Corona-Krise ihr Ausbildungsangebot aufrechterhalten. Es wird aber einen leichten Rückgang an Ausbildungsplätzen geben. Das geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) mit 127 Firmen hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Die befragten Unternehmen beschäftigen 61 000 Mitarbeiter und stehen zusammen für rund 1000 Ausbildungsplätze im Saarland.

Rund jedes zehnte Unternehmen will der IHK-Umfrage nach in Zukunft Ausbildungsplätze abbauen. Dagegen möchten fünf Prozent der befragten Firmen ihr Ausbildungsangebot ausweiten. Der Großteil (84 Prozent) plant, es in der bisherigen Form aufrechterhalten.

Für den Hauptgeschäftsführer der saarländischen IHK, Frank Thomé, sei das „angesichts der Corona-Dramatik ein eher erfreuliches Ergebnis“. Viele Betriebe hätten durch die Pandemie massive Einbrüche erlitten, mussten Kurzarbeit beantragen und hätten ihr Eigenkapital häufig bereits aufgebraucht. Eine solche Situation wirke sich zwangsläufig auch auf die Ausbildungsaktivitäten aus, sagt Thomé. Positiv könne sich ihm zufolge die nachgebesserte „Ausbildungsprämie“ auswirken. Diese Prämie sieht vor, dass strauchelnde Unternehmen einen Zuschuss von 2000 Euro vom Bund bekommen, wenn sie genau so viele Ausbildungsverträge abschließen wie in der Zeit vor Corona.

Deutlich Unterschiede bei der Ausbildungsbereitschaft gibt es im Saarland zwischen den einzelnen Branchen. Während viele Banken oder Betriebe aus der IT-Wirtschaft mehr Auszubildende einstellen wollen, plant etwa der Handel oder das Hotelgewerbe mit weniger Azubis. Die Industrie wird tendenziell auch eher weniger ausbilden: insbesondere die Gummi- und Kunststoffindustrie, die Hersteller von Metallerzeugnissen und der Maschinenbau. Das Ernährungsgewerbe und die Gießereien wollen mehr junge Menschen ausbilden. In Stahlindustrie und Fahrzeugbau sind dagegen keine Veräderungen vorgesehen.  Die besonders vom Lockdown betroffenen Branchen, wie Gastronomie oder Kulturwirtschaft sind in der Umfrage nicht berücksichtigt.

Sorge bereitet IHK-Geschäftsführer Thomé nicht das Ausbildungsangebot, sondern eher die Nachfrage. Laut Statistiken der Arbeitsagentur, kommen auf knapp 5 000 angebotene Ausbildungsstellen nur etwas mehr als 3 000 Bewerber. „Hier müssen wir dringend gegensteuern“, sagt Thomé.