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Commerzbank setzt auf Innenstadt-Filialen

Commerzbank setzt auf Innenstadt-Filialen

Trotz eines massiven Stellenabbaus will die Commerzbank mit kleinen Filialen in zentraler Lage neue Kunden gewinnen. Ziel ist es, bei den Privatkunden deutlich zu wachsen.

Die Commerzbank will gegen den Trend neue Filialen eröffnen. "Wir werden mit kleineren City-Filialen in Innenstadt-Lagen gehen", sagte Frank Nierhaus, Bereichsvorstand für das Privatkundensegment, gestern bei einem Gespräch in Saarbrücken . Ausgestattet mit zwei Mitarbeitern könnten in solch einer Filiale 97 Prozent aller typischen Dienstleistungen abgebildet werden.

Die Strategie stehe nicht im Widerspruch zum angekündigten Stellenstreichungsprogramm, sagt Nierhaus. Die Commerzbank hat angekündigt 9600 Stellen abzubauen, den Großteil davon in Deutschland. Nach Informationen des "Handelsblatt" fällt die Hälfte der Stellen in den Filialen weg. Die zunehmende Digitalisierung ermögliche es allerdings, viele Abläufe effizienter zu machen, sagt Nierhaus. So sei es möglich, Konsumentenkredite innerhalb kürzester Zeit ohne viel Papierkram zu genehmigen.

Bis 2020 hat sich die Commerzbank laut Nierhaus vorgenommen, zwei Millionen neue Kunden im Privatkundengeschäft zu gewinnen - aktuell sind es zwölf Millionen, 143 000 davon im Saarland. Aktuell gewinne die Bank viele Kunden, die ihren Instituten wegen hoher Gebühren den Rücken kehren. Die Commerzbank halte dagegen am gebührenfreien Girokonto fest. "Das kostenlose Girokonto ist für uns weiterhin ein Erfolgsmodell", sagt er. Auch mit diesen Konten könne die Bank noch Geld verdienen. So sei es einerseits möglich, von Gebühren beispielsweise beim Bezahlen mit Kreditkarten zu profitieren, andererseits gehe man davon aus, dass die Kunden mittelfristig auch andere Leistungen der Bank in Anspruch nehmen.