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Gold geht auf die Heimreise

Gold geht auf die Heimreise

Wo ist das deutsche Gold? Mit dieser Frage hat CSU-Politiker Peter Gauweiler 2012 eine große Logistikaktion angestoßen. Seitdem holt die Bundesbank Gold aus dem Ausland zurück in deutsche Tresore.

Der deutsche Goldschatz kehrt heim. 647 Tonnen des Edelmetalls sollen bis zum Jahr 2020 aus ausländischen in die Tresore der Bundesbank verlagert werden. Auf streng geheimen Wegen bringt die Notenbank seit 2013 Jahr für Jahr tonnenweise Gold über den Atlantik und den Rhein nach Deutschland. Bisher wurde es aus historischen Gründen bei der US-Notenbank Fed und der Banque de France aufbewahrt. In vier Jahren will die Bundesbank dann mehr als die Hälfte des deutschen Goldbestandes von derzeit 3381 Tonnen (Stand Ende 2015) in heimischen Tresoren verwahren.

"Wir liegen sehr gut im Zeitplan", sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele . Ende 2012 lagen gerade einmal 31 Prozent der deutschen Goldreserven oder 1036 Tonnen in Frankfurt . Auch das war schon vergleichsweise viel, wie ein Blick in die jüngere deutsche Geschichte zeigt: Bis zur deutschen Einheit hatte die Bundesbank nur 77 Tonnen Gold in Deutschland, was seinerzeit nur zwei Prozent des Gesamtbestandes entsprach.

"Wo ist das Gold der Deutschen?" Mit seiner provokanten Frage in der "Süddeutschen Zeitung" traf CSU-Urgestein Peter Gauweiler im Mai 2012 einen Nerv. Ist der Milliardenschatz im Ausland sicher - immerhin ist er mit mehr als 270 000 Barren der zweitgrößte der Welt? Ist das Gold überhaupt vorhanden? Auch der Bundesrechnungshof meldete sich 2012 zu Wort: Noch nie habe die Bundesbank die deutschen Goldreserven jenseits der Landesgrenzen "körperlich aufgenommen und auf Echtheit und Gewicht" geprüft.

Seit vier Jahren bemüht sich die Bundesbank um Transparenz - und versucht zugleich, den Mythos um den deutschen Goldschatz zu entzaubern. Im Januar 2013 präsentierte die Notenbank in Frankfurt vor laufenden Kameras Gold zum Anfassen und demonstrierte die Echtheit der 12,5 Kilo schweren Barren. Im Oktober 2015 dann listete die Notenbank erstmals auf mehr als 2300 Seiten öffentlich einsehbar jeden einzelnen Barren auf.

Das deutsche Gold wurde aus historischen Gründen zum Großteil im Ausland aufbewahrt: Ab Mitte 1951 baute die Bank deutscher Länder als Vorgängerin der Bundesbank erste Goldreserven auf, in den 1950er und 1960er Jahren wuchs der deutsche Goldschatz rasant. Denn die Wirtschaftswunderjahre brachten der Bundesrepublik dank des Exports viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht werden konnten. Während des Kalten Krieges war es dann durchaus gewollt, deutsches Gold "westlich des Rheins" und möglichst weit außerhalb der Landesgrenzen zu verwahren.

Thiele betont, Sorgen über das im Ausland lagernde Gold seien unbegründet. "Es gab nie Zweifel an der Echtheit und es gab auch nie Beanstandungen." Gleichwohl geht die Verlagerung des Goldes weiter. 2015 kamen 210 Tonnen in Bundesbank-Tresore hinzu, Frankfurt ist seither mit rund 1403 Tonnen die größte Lagerstätte des deutschen Goldes.