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Corona: Bayern verhängt Katastrophenfall und Ausgangssperre in besonders betroffenen Regionen

Corona-Pandemie : Bayern verhängt Katastrophenfall und Ausgangsbeschränkungen

Bayern hat den Katastrophenfall und eine nächtliche Ausgangssperre für besonders stark betroffenen Regionen verhängt. Zudem kippt Bayern die bisher für Silvester geplanten Lockerungen und hält eine weitere Ministerpräsidentenkonferenz für nötig.

Wegen der anhaltend hohen Corona-Zahlen ruft Bayern ab dem 9. Dezember den Katastrophenfall aus. Das beschloss das Kabinett um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Sondersitzung am Sonntag in München. Am Dienstag soll der Landtag noch darüber abstimmen. Wie in Baden-Württemberg ist nun zudem in Bayern eine nächtliche Ausgangssperre für alle Städte und Kreise mit einer Inzidenz von mehr als 200 Corona-Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100 000 Einwohner beschlossen worden. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie verbietet Bayern außerdem ab Mittwoch den Konsum von Alkohol unter freiem Himmel.

Wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen kippt Bayern zudem die bisher für Silvester geplanten Lockerungen. Einzig an den Weihnachtstagen sollen die Kontaktbeschränkungen aufgelockert werden, wie Ministerpräsident Söder (CSU) weiter mitteilte. Nur noch vom 23. bis zum 26. Dezember sind demnach Treffen über die derzeit erlaubten fünf Teilnehmer aus zwei Hausständen hinaus gestattet mit bis zu maximal zehn Personen aus bis zu zehn Hausständen.

Angesichts weiter steigender Corona-Zahlen hält Bayerns Regierungschef Söder eine weitere Ministerpräsidentenkonferenz voraussichtlich noch vor Weihnachten für nötig. Man werde „wahrscheinlich“ noch einmal eine Konferenz vor Weihnachten brauchen, sagte Söder am Sonntag nach der Sondersitzung seines Kabinetts in München. Man müsse sich wohl noch einmal unterhalten, was an Weihnachten und insbesondere über Silvester stattfinde.

Bislang ist eine neue Ministerpräsidentenkonferenz für den 4. Januar geplant. Es galt aber immer als möglich, dass sich die Runde der Regierungschefs der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Weihnachten noch einmal zu Beratungen zusammenschaltet.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie schränkt Bayern zudem den Präsenzunterricht für ältere Schüler ab kommenden Mittwoch deutlich ein: Ab Klassenstufe acht sollen die Klassen überall geteilt werden und in Wechselunterricht übergehen. In Hotspots ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche sollen die Schüler ab der achten Klasse komplett in den Distanzunterricht wechseln. Das hat das Kabinett am Sonntag in München bei einer Sondersitzung beschlossen, erklärte Ministerpräsident Markus Söder.