Berliner Notizen: Schäuble macht den Oettinger

Berliner Notizen : Schäuble macht den Oettinger

Wolfgang Schäuble versucht sich ab und an in Englisch. Das hört sich meist etwas komisch an.

Er stammt ja auch aus Baden-Württemberg. Wie sein Parteifreund Günther Oettinger, der (noch) EU-Kommissar ist. Dessen Englisch ist legendär. Jedenfalls hat Schäuble mal den Griechen gesagt: „Isch over“. Und jetzt erklärte er auf dem CDU-Klimakongress: „Second best ist allemal besser als nothing.“ Wie meinte mal ein großer Humorist: English für Runaways.

Anja Karliczek, Forschungsministerin, hat aber auch Pech. Erst zog sie sich den Zorn vieler zu, weil sie die Forschungsfabrik für Batteriezellen gleich neben ihrem Wahlkreis ansiedeln will. So ein Zufall. Am Mittwoch saß die Ministerin dann mit ihren Kolleginnen Klöckner und Schulze auf dem Podium, um die Pläne zum Insektenschutz vorzustellen. Nach kurzen Statements begann die Fragerunde – Karliczek wurde keine einzige gestellt.

Die FDP ist auf Sinnsuche. Seit dem Ausstieg aus den Verhandlungen für eine Jamaika-Koalition und der Klimaprofi-Äußerung von Parteichef Christian Lindner dümpeln die Liberalen dahin. Es fehlt eine Geschichte. Jetzt brachte man sich zumindest schriftlich mal in Wallung: „Liebe zur Freiheit – Leidenschaft für Vernunft – Lust auf Zukunft“, so war der Beschluss der Fraktionsklausur, die zu der man in Jena zusammengekommen war, überschrieben. Zumindest spielen die Gefühle noch verrückt, wenn schon politisch wenig geht.

Cem Özdemir, Ex-Grünen-Chef und nach wie vor Aushängeschild seiner Partei, erteilte dem geneigten Twitter-Publikum eine kleine Lehrstunde: Viele wüssten ja, dass in Deutschland vor mehr als 130 Jahren das Auto erfunden worden sei. Viele wüssten aber nicht, „dass wir vor über 200 Jahren auch das Fahrrad erfunden haben“. Fazit des Grünen-Politikers: „Das Fahrrad ist ein Gewinnertyp und gehört damit in die Bundesliga der deutschen Politik.“ Jede Menge Verschrobenes in einem Satz.

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