Philipp und das große Kino

Wir erinnern uns noch gut an den Besuch von Wirtschaftsminister Philipp Rösler kürzlich in Kalifornien, als der FDP-Chef dem dort weilenden Chefredakteur der „Bild“-Zeitung zur Begrüßung freudig in die Arme gefallen ist. Jetzt ist wieder ein FDP-Spitzenmann gefallen, diesmal auf die Arme.

Einen davon hat sich Rainer Brüderle gebrochen und ein Bein noch dazu.

"Bild" hat den Fall dann gestern zum Aufmacher erkoren. Okay, es war sonst nicht viel los auf der Welt. Nur Bürgerkrieg in der Türkei, Sensationswahl im Iran, Führungsstreit in der SPD und überall Schnüffel-Skandale. Aber für das Blatt war der Sturz des Rösler-Kritikers die wichtigste Nachricht. Und in der Tat: Brüderles Missgeschick als "Rätsel um Treppensturz" zu verkaufen und mit hochprozentigen Andeutungen zu garnieren, das ist großes Boulevard-Kino. Also, lieber Zappelphilipp, jetzt verstehen wir: Wenn einem so viel Gutes widerfährt, dann ist das schon eine Umarmung wert.