Amazon, Netflix und Co.: Reitz reizen die Streamingdienste

Amazon, Netflix und Co. : Reitz reizen die Streamingdienste

Der „Heimat“-Regisseur lobt US-Serien und kritisiert öffentlich-rechtliche Sender.

Der Filmemacher Edgar Reitz („Heimat“) sieht in den Streaming-Diensten, wie Netflix, Amazon oder Maxdome, eine Chance für anspruchsvolle Film- und Serienproduktionen. Dort sei der Qualitätsanspruch im Vergleich zu dem, was früher im US-Fernsehen gelaufen sei, enorm gewachsen. „Das ist das einzige Gebiet, wo sich ein neuer Markt, ein neuer Horizont für Qualität auftut“, sagte der 85-Jährige.

Angesichts des Qualitätsanspruchs der von Streaming-Diensten angebotenen Serien zeigte sich Reitz überzeugt, dass seine „Heimat“-Saga heute wieder eine Chance hätte, von einem der Dienste produziert zu werden. Denn die ganze Welt suche nach Konzepten für gute Serien. Kritisch sieht Reitz dagegen die Produktionsbedingungen für Filmemacher beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Im Vergleich zu den idealen Bedingungen, die er selbst als junger Filmemacher erlebt habe, habe sich die Situation in den Sendern inzwischen „grundlegend geändert“.

Beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen sei dringend ein „Gesinnungswandel“ notwendig: „Die jungen Filmemacher treten natürlich mit ihren Träumen und Idealen an“, sagte Reitz, „und schon bei ihrem ersten Film kriegen sie sozusagen einen Deckel auf den Kopf.“