Saarbrücker Konzert: Spiel mir das Lied von Ennio Morricone

Saarbrücker Konzert : Spiel mir das Lied von Ennio Morricone

Das Filmmusik-Konzert in der Saarlandhalle war ein großes Vergnügen mit kleinen Schwächen.

Noch lebt der große italienische Filmkomponist Ennio Morricone, noch tritt der 89-Jährige selbst mit einem großen Orchester auf – so etwa diesen Sommer in Nîmes und in Rom. Doch wer seine berühmteste Komposition, nämlich das Mundharmonika-Thema aus dem Western „Spiel mir das Lied vom Tod“, einmal live hören wollte, der musste am Samstagabend in die Saarlandhalle kommen.

Dort war die Show „The Best of Ennio Morricone“ zu Gast, und zum Besten des Meisters gehört nun mal das Lied vom Tod. Er selbst mag das Stück aus unerfindlichen Gründen nicht besonders und lässt es deshalb bei seinen Auftritten weg – so, als würden die Rolling Stones kein „Satisfaction“ spielen. Bei der Saarbrücker Aufführung mit über 100 Musikern der Milano Festival Opera wurde der Song zum Höhepunkt. Eine riesige Leinwand über dem Orchester zeigte dazu einen Zusammenschnitt von Szenen aus Sergio Leones Klassiker.

Das war das Konzept des Abends: Die markantesten Szenen aus einem Film waren zu sehen, dazu erklang die großartige Morricone-Musik, die in der Kinohistorie ja nicht selten dem Visuellen den Rang ablief. Nur zu „Mission“ gab es keine Originalbilder, da wurden zur berühmten Oboenmelodie hauptsächlich die Iguaçu-Wasserfälle eingeblendet.

Was dem Abend leider fehlte, war eine persönliche Ansprache an das Publikum. Ein paar Hintergrundinformationen, etwa darüber, warum das Orchester von Marcin Wolniewski und nicht, wie angekündigt, von Marco Seco geleitet wurde, hätten nicht geschadet. Spieltechnisch war den Mailänder Musikern nichts vorzuwerfen, allein der Sound hätte etwas wuchtiger sein dürfen, gerade in den Bässen. Und die von Morricone in den „Spaghetti-Western“ so gerne verwendete verzerrte E-Gitarre kam arg brav daher.

Doch über diese kleineren Schwächen deckte die wunderbare Klangwelt des Italieners  mühelos hinweg. Neben den Westernmelodien waren es die romantischen Weisen aus Leones „Es war einmal in Amerika“, „Cinema Paradiso“ und dem Belmondo-Film „Der Profi“, die im wahrsten Wortsinne für großes Kino sorgten. Am Ende gab es Ovationen. Bedauerlich war nur der relativ schwache Publikumszuspruch: Während die Show in größeren Städten wie Frankfurt und Berlin ausverkauft ist, in Hallen mit mehreren tausend Zuhörern, verloren sich in der Saarlandhalle gerade mal 750 Besucher.