Als sei's von Sir Arthur Conan Doyle: Krimi aus einem Sulzbacher Verlag

Als sei's von Sir Arthur Conan Doyle: Krimi aus einem Sulzbacher Verlag

Saarbrücken. Ein unbekannter Sherlock-Holmes-Fall taucht auf, zu Papier gebracht von einem gewissen John H. Watson. Das Geschehen: ein raffinierter Mord im englischen Billingshurst, verschwundene junge Damen, ein angeschwärzter Bankier. Tatzeit: April 1895. Das sind die Eckpunkte einer kniffligen Kriminalgeschichte mit integriertem Verwirrspiel

Saarbrücken. Ein unbekannter Sherlock-Holmes-Fall taucht auf, zu Papier gebracht von einem gewissen John H. Watson. Das Geschehen: ein raffinierter Mord im englischen Billingshurst, verschwundene junge Damen, ein angeschwärzter Bankier. Tatzeit: April 1895. Das sind die Eckpunkte einer kniffligen Kriminalgeschichte mit integriertem Verwirrspiel. Auch wenn Holmes' Gehilfe Watson von abgründigen Vorgängen in der Upper Class erzählt, der Name auf dem Titelblatt der "Jagdgesellschaft" ist ein Pseudonym und der Mainzer Peter Jackob der findige Verfasser. Einen der zahlreichen Pastiches, die dem Stil Sir Arthur Conan Doyles huldigen, hat er geschrieben - veröffentlicht wird er nun im kleinen Sulzbacher konrad kirsch verlag.

Jackob lässt Watson von unerhörten Vorgängen um Bankvorstand Drummond erzählen, unter dessen Rosenbeeten eine Leiche verscharrt liegt. Alles weist darauf hin, dass er selbst die junge Frau ins Jenseits beförderte. Die befreundete Jagdgesellschaft ist konsterniert, die Ehefrau entrüstet und das nicht gerade hyperaktive Scotland Yard von Drummonds Schuld überzeugt. Da kann nur Sherlock Holmes helfen.

Der Literaturwissenschaftler Jackob trifft sehr genau Doyles Ton englischer Unaufgeregtheit. Man parliert in leicht schnörkeligen Phrasen, das Milieu verströmt das Flair gelassenen Wohllebens. Geschickt lässt Jackob Holmes eine Entdeckung für die Aufklärungsarbeit vorwegnehmen: die forensische Entomologie. Holmes fingert kleine Insekten aus der Leiche. Bald liegen die Affären und Intrigen bloß, Wasserfloh und Holzameise sei Dank. rr

Peter Jackob/John H. Watson: Die Jagdgesellschaft. Ein Sherlock-Holmes-Roman. konrad kirsch verlag. 184 Seiten, 13 €