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Saarländische Küchenklassiker von Ira Schneider

Hauptsach gudd gess : Von Apfelmus bis Zwiwweltunk

Unser Buchtipp: „Saarländische Küchenklassiker“ von Ira Schneider.

Wer gerne mal saarländische Spezialitäten kocht oder ein Büchlein mit Rezepten von Bibbelschesbohnesupp, Dibbelabbes und Co. verschenken möchte, dem sei dieses neue Büchlein empfohlen. Es heißt „Saarländische Küchenklassiker“, wurde verfasst von Ira Schneider und kommt aus dem Wartberg Verlag in Hessen. Dieser Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, regionale Küchen zu porträtieren. Nach der Pfalz, dem Niederrhein, dem Sauerland und einigen anderen ist jetzt also das kleine Bundesland im Südwesten an der Reihe.

Ira Schneider hat sich, wie sie in ihrer Danksagung zu Beginn schreibt, unter anderem bei Holger Gettmann von Slow Food Saarland und Michael Buchna vom Landhotel Saarschleife in Orscholz kundig gemacht. Das sind zwei ausgewiesene Kenner der regionalen Küche – und das ist diesem schön gestalteten, übersichtlichen Buch mit vielen ansprechenden Fotos gut bekommen.

Getreu dem Motto „Hauptsach gudd gess – geschafft hann mir schnell“ liegt der Fokus auf traditionellen Rezepten und einer „unverfälschten Landküche mit einfachen Zutaten“, so die Autorin. Die verwechselt zwar am Anfang Kohlehalden mit Kohlegruben und schreibt von der „Küche der Väter“ und „Grumbeerkicheler“, doch von diesen Ungenauigkeiten abgesehen, ist das Buch sehr gelungen. Es hat 96 Seiten und kostet 14,90 Euro.

Los geht es mit Aufstrichen und Salaten wie Griebenschmalz, Bettseichersalat oder Fleischsalat mit Lyoner, dann folgen Speisen rund ums Ei wie Schnittlauchsalat,, Saarbrücker Speckkuchen oder „Kaerscheplotzer“. Deftig geht’s weiter mit Suppen und Eintöpfen und Zutaten wie Bohnen, Linsen, Kartoffeln, Gries, Kappes, Rindfleisch oder Zwiebeln.

Im Kapitel „Fleisch- und Fischvielfalt“ kommen die Wasserbewohner leider etwas kurz. Lediglich „Ingeleede Häringe“ und Zanderfilet haben es in das Buch geschafft, da hätte man sich, zum Beispiel mit Forelle und Saibling, noch etwas mehr gewünscht. Das Fleischangebot ist dafür üppig, reicht von Dibbehas und Wildpfeffer über Sauer- und Spiessbraten bis zu – natürlich! – dem Schwenkbraten. Der heißt hier „Schwenkerpfanne“ (und nur klein und in Klammern Schwenkbraten). Obwohl die eingelegten Schweinenackensteaks ja vom Grillrost kommen. Sei’s drum, Hauptsache, es liegt trockenes Buchenholz parat.

Dann wird’s herzhaft und kalorienreich, die Kartoffelgerichte stehen an, die eigentliche Domäne im schönsten Bundesland der Welt. Dibbelabbes, Gefillde und Grumbeerkichelcher, Verheiratete, Hoorische und Stubberte – Hauptsache eine ordentliche Portion und viel Specksoße!

Zuletzt kommt Süßes und Fruchtiges auf die Teller, Quetschekuchen, Viezpudding oder Hundsärschschmeer (Mispelgelee). Guten Appetit.

 Saarländische Küchenklassiker
Saarländische Küchenklassiker Foto: Wartberg Verlag

www. wartberg-verlag.de