Gemüse des Jahres: VEN kürt Gurke in allen Variationen

Gurken über alles : Jetzt wird das ganze Jahr über rumgegurkt...

Das grüne Gewächs ist zum „Gemüse des Jahres“ gekürt worden. In der Küche ist es ein Alleskönner, sogar zum Aperitif.

Knackig, mild, erfrischend: Die Gurke ist zum Gemüse des Jahres gekürt worden. Zu Recht: Sie kann mehr, als bloß Käsebrötchen oder Beilagensalat aufzupeppen. Fans verarbeiten sie sogar zu Spaghetti oder zum Aperitif - und manchmal verprügeln sie das Gemüse auch.

96 Prozent – so hoch ist der Wasseranteil der Gurke. „Deshalb ist sie so erfrischend und ist recht mild im Geschmack“, erklärt Sylwia Gervais, Food-Bloggerin in Landsberg am Lech (Bayern). Bei dem Gemüse denken viele zunächst an die klassische Salatgurke aus dem Supermarkt. Doch: Gurke ist nicht gleich Gurke.

Die Salatgurke besteht zu 96 Prozent aus Wasser. Deshalb ist sie ebenso erfrischend wie gesund. Foto: dpa-tmn/Andrea Warnecke

Marc Schmitt-Weigand, Landwirt in Dortmund, kennt Alternativen zur Salatgurke: „Die Mini-Gurke ähnelt der Salatgurke, ist aber deutlich kleiner. Sie ist in der Regel etwas fester und lässt sich gut als Snack essen“, erklärt er. Ein Alleskönner ist die Landgurke, die mittelgroß ist und eine recht raue Schale hat. Da sie etwas fester ist, lässt sie sich sowohl roh verarbeiten als auch garen. Zum Kochen eignen sich Schmorgurken, im Gurkenglas landen klassischerweise Einlegegurken. Die Gurke steckt also voller Vielfalt. Dies ist ein Grund dafür, dass der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt sie zum Gemüse des Jahres 2019/2020 gekürt hat. Egal, ob gewürfelt oder eingelegt, geschmort oder püriert: In der Küche ist die Gurke ein Alleskönner. „Gurken eignen sich perfekt, wenn man eine knackige Komponente in ein Gericht einbringen möchte“, schwärmt Sophia Hoffmann, Köchin und Autorin in Berlin. Somit machen sich frische oder eingelegte Gurken gut in Bowls und Salaten, peppen aber auch Kartoffelstampf oder das Pausenbrot auf.

Ein Klassiker ist der Gurkensalat. Ganz anders als gewohnt ist das Ergebnis, wenn der Salat verprügelt wird. „Dabei schlägt man mit einem Nudelholz oder einem großen Messer auf die Gurke ein, bis die Struktur aufplatzt. So kann das Dressing später besser einziehen“, erklärt Hoffmann. Hat man sich genug an der Gurke ausgetobt, wird sie in mundgerechte Stücke geschnitten und mit einem Dressing aus Sesamöl, Chili, Knoblauch und Sojasoße serviert.

Beliebt ist der klassische Gurkensalat. Foto: dpa-tmn/Timm Schamberger

Wer Gurkensalat mag, findet womöglich auch Gefallen an Gurken-Nudeln. „Mit Hilfe eines Spiralschneiders kann man aus einer Salatgurke Spaghetti herstellen“, erklärt Hoffmann. Die Nudeln werden roh serviert und können nach Belieben garniert werden. Soll es ganz schnell gehen, tut es der Griff zum Pesto. Da Gurken-Spaghetti längst nicht so stark sättigen wie herkömmliche Nudeln, sollte die Portion etwas größer ausfallen, etwa eine Gurke pro Person ist empfehlenswert.

Schälen oder nicht schälen? An dieser Frage scheiden sich die Geister. „Weiß ich, woher die Gurke kommt, etwa aus einem biologischen Anbau, dann schäle ich sie nicht“, sagt Gervais. Denn in der Schale stecken viele Vitamine. Ist die Haut jedoch schon etwas schlapp oder besteht der Verdacht, dass die Gurke gespritzt wurde, sollte man besser schälen.

In der Gurke steckt viel Wasser – das macht sie ideal für Getränke. „Durch ihren milden Geschmack passt die Gurke quasi in jeden Saft – und eignet sich genauso gut für Smoothies“, sagt Gervais. So kann man das Gemüse etwa zusammen mit Äpfeln, Karotten oder Sellerie entsaften. Säfte und Smoothies sind eine gute Verwertung, wenn die Gurke schon etwas länger gelegen hat. Dass sie etwas schlapp ist, fällt dann gar nicht mehr auf.

Ein Salat mit verprügelten Gurken. Das Gemüse wird vor dem Würfeln mit einem Nudelholz malträtiert, die Struktur platzt auf und das Dressing kann besser einziehen. Foto: dpa-tmn/Annabell Sievert

Süß-Spritziges landet im Glas, wenn eine Gurken-Limonade zubereitet wird. Dafür muss man zunächst Zucker in Wasser erhitzen, bis er sich aufgelöst hat. Nebenbei wird eine Gurke püriert. Sirup und Püree werden dann gemischt und sollten mindestens 30 Minuten ziehen. Im letzten Schritt wird die Mischung durch ein sauberes Küchentuch oder ein feines Sieb gefiltert. „Übrig bleibt ein Sirup, den man mit Mineralwasser oder Sekt aufgießen kann. So kann die Gurke sogar als Aperitif zum Einsatz kommen“, sagt Hoffmann.

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