Online-Kunden zögern bei Lebensmitteln

Skepsis gegenüber Shops im Internet : Online-Kunden zögern bei Lebensmitteln

Übers Internet frische Waren zu bestellen ist für die überwiegende Mehrzahl der deutschen Web-Nutzer bisher kein Thema.

Die Deutschen kaufen gern im Internet. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts haben 2016 ungefähr 82 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal online eingekauft, bei den 25- bis 44-Jährigen waren es sogar 93 Prozent. Besonders beliebt sind Kleider- und Bücherbestellungen aus dem Netz. Doch ihre Lebensmittel online zu kaufen, davor schrecken viele Internetnutzer in Deutschland noch zurück. Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts YouGov haben nur 20 Prozent der Deutschen Lebensmittel bei einem Online-Shop gekauft. Der Hauptgrund für die bisherige Zurückhaltung der Verbraucher ist, dass sie die bestellte Ware vor dem Kauf nicht prüfen könnten. 70 Prozent gaben demnach an, sich Sorgen um niedrige Qualität oder mangelnde Frische zu machen.

Dabei hat der Lebensmittelkauf per Mausklick auch seine Vorteile. Die Lebensmittelanbieter im Internet versprechen, ihre Ware unbeschädigt und bei Bedarf gekühlt zu liefern, damit kein Nahrungsmittel verdirbt. Einige bieten gewünschte Liefertermine an, so dass die bestellte Ware möglichst schnell verstaut werden kann.

Mittlerweile gibt es auf dem deutschen Markt viele Online-Händler, die sich auf den Verkauf von Lebensmitteln spezialisiert haben. Doch nicht alle liefern ihre Ware überall aus. Aufgrund von Mindestbestellwerten oder teils hohen Lieferkosten lohnt sich ein Supermarkteinkauf im Netz oft nur bei größeren Bestellungen und nicht, wenn lediglich ein paar Produkte vergessen wurden.

Rewe ist den meisten als Supermarkt in der echten Welt bekannt, aber auch online bedient der Anbieter seine Kunden. Auf der Webseite http://shop.rewe.de können Nutzer aus einem großen Sortiment Produkte auswählen und im Warenkorb sammeln. Eine Bestellung ist ab einem Wert von 40 Euro möglich, die Lieferkosten belaufen sich auf bis zu sechs Euro, abhängig von Warenwert und Lieferadresse.

Rewe bietet dabei alles an, was auch im normalen Supermarkt zu finden ist, zum Beispiel Nudeln, Milch, Obst, Fleisch, Eier, Tiefkühlprodukte, Drogerieprodukte. Die Preise und Angebote im virtuellen und realen Markt können sich jedoch unterscheiden. Auch kann es dem Kunden online passieren, dass Produkte bereits ausverkauft sind und dementsprechend nicht geliefert werden können. Die Bezahlung läuft bargeldlos per Kreditkarte, Lastschriftverfahren, PayPal oder Rechnung. Rewe bietet noch keine flächendeckende Lieferung an – einige Regionen können aufgrund ihrer Lage nicht beliefert werden. Dies kann anhand der Postleitzahl vorab getestet werden.

Eine bundesweite Lieferung bietet allyouneedfresh.de an. In dem Online-Supermarkt können Kunden nach Angaben des Betreibers zwischen 20 000 Produkten wählen. Das Sortiment umfasst bisher allerdings noch keine Tiefkühlprodukte. Auch bei diesem Anbieter können Kunden entscheiden, wann ihre Bestellung eintreffen soll. Es gibt keinen Mindestbestellwert, die Lieferkosten belaufen sich auf fünf Euro, ab einem Warenwert von 40 Euro ist der Versand kostenlos. Für gekühlte Produkte wird ein Zuschlag von fünf Euro fällig. Beigelegte Kühl-Akkus sollen dafür sorgen, dass die Lebensmittel frisch bleiben. Bezahlt wird bargeldlos per Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung, Klarna oder Amazon Payments.

Auch mytime.de vertreibt einen Supermarkt im Internet. Ab einem Einkaufswert von 40 Euro und Lieferkosten von fünf Euro kann der Kunde hier sämtliche Lebensmittel und Drogerieartikel bestellen. Einkäufe ab 100 Euro sind versandkostenfrei, bei gekühlten Waren wird ein Aufpreis von fünf Euro berechnet. Die Auswahl ist groß: Allein über 400 Gewürze und Salze sowie mehr als 180 Tiefkühl-Fertiggerichte werden hier angeboten. Der Online-Händler akzeptiert Zahlungen mit Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung und Paydirekt.

Online-Versandriese Amazon vertreibt mittlerweile fast alle Produkte. Für seine Prime-Kunden steht mit Amazon Pantry auch ein Supermarkt zur Verfügung. Eine Prime-Mitgliedschaft, die Voraussetzung für den Lebensmitteleinkauf bei Amazon ist, kostet derzeit neun Euro monatlich oder 69 Euro jährlich. Amazon Pantry beinhaltet jedoch keine gekühlten Lebensmittel, sondern soll lediglich die Vorratskammer befüllen. Einen Mindestbestellwert gibt es nicht, pro Bestellung werden drei Euro Versand fällig. Amazon beschränkt allerdings die Füllmenge seiner Kisten auf maximal 110 Liter und 20 Kilogramm. Das soll laut Anbieter in etwa dem Volumen eines Einkaufswagens entsprechen. Die Auswahl im nicht-gekühlten Bereich ist groß: Nudeln, Soßen, Brot und Babynahrung können genauso gekauft werden wie Getränke im Sechserpack und Drogerieartikel. Wer genau wissen will, wann das Paket ankommt, kann für einen Aufschlag von fünf Euro ein zweistündiges Zeitfenster zwischen zehn und 21 Uhr festlegen.

Seit Mai diesen Jahres testet Amazon außerdem den Service Amazon Fresh, mit dem Internetnutzer auch gekühlte und tiefgekühlte Produkte bestellen können. Bisher ist Amazon Fresh allerdings nur in Teilen von Berlin und Potsdam möglich. Ob und wann dieser Dienst in weiteren Teilen Deutschlands verfügbar sein wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Nutzer bezahlen außerdem knapp zehn Euro pro Monat zusätzlich zu ihrem Prime-Abo, um diesen Lieferservice nutzen zu können.

shop.rewe.de

www.allyouneedfresh.de

www.mytime.de

www.amazon.de

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