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Aus dem Datennetz in den Einkaufskorb

Aus dem Datennetz in den Einkaufskorb

Nach einem stressigen Tag im Büro laufen viele Arbeitnehmer am Feierabend noch in den nächsten Supermarkt, nur um leere Regale vorzufinden. Auch der Wochenend-Einkauf ist nicht wirklich erhebend: überfüllte Warteschlangen an der Kasse und volle Parkplätze vor den Supermärkten. Die großen Einzelhändler und Lebensmittel-Lieferdienste wollen den Gehetzten im Internet Hilfe bieten.

Noch führt der Handel mit Lebensmitteln im Internet ein Nischendasein. Dennoch gibt es unter den Deutschen einen Bedarf. Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact sind 56 Prozent der Verbraucher grundsätzlich daran interessiert, Lebensmittel zukünftig online zu kaufen. 41 Prozent lehnen dies strikt ab, da sie vor dem Kauf, Äpfel oder Fleisch selber begutachten möchten.

Die Supermarktkette Rewe liefert inzwischen in 57 Städten online bestellte Lebensmittel direkt nach Hause. Der Konzern will diesen Vertriebsweg strategisch nutzen, um Kunden in den Regionen zu erreichen, wo sein Ladennetz noch dünn ist. Neben einem Mindestbestellwert der Ware von rund 40 Euro kommen noch Lieferkosten zwischen fünf und sechs Euro hinzu. Auch die Konkurrenz bringt sich in Stellung. Edeka bietet genauso wie Lidl auf seiner Webseite dem Kunden an, die Ware in der nächstgelegenen Filiale zu bestellen und zu liefern. Der Mindestbestellwert bei Edeka beträgt zehn Euro . Darauf entfallen noch vier Euro Lieferkosten . Bei Lidl fallen 4,90 Euro Lieferkosten an. Der Kunde kann aus dem vollen Sortiment schöpfen, das er in den Regalen der jeweiligen Supermärkte findet. Wie bei Amazon schiebt er die gewünschten Artikel in einen digitalen Warenkorb und gibt die Bestellung mit Lieferadresse auf. Nur leicht verderbliche Ware wie Fleisch oder Obst liefern die Supermärkte noch nicht durchgängig aus. Die Lieferzeiten betragen einen bis drei Tage. Bei den Online-Geschäften muss sich der Nutzer erst registrieren, bevor er seine Bestellungen aufgeben kann.

Online-Lieferdienste fassen dagegen die Angebote mehrerer Lebensmittel-Ketten zusammen und liefern auch frische Ware. Nach kurzer Online-Registrierung auf Shopwings.de kann der Kunde auf ein Sortiment von Aldi bis Alnatura zugreifen. Sein Einkaufszettel wird an Einkäufer von Shopwings als Einkaufszettel weitergeleitet. Die schwärmen anschließend in die Supermärkte aus, um den Warenkorb zusammenzustellen. Das Unternehmen erklärt, schon zwei Stunden später direkt an die Haustür liefern zu können. Für jede Lieferung veranschlagt der Dienst aber eine Gebühr von 4,90 Euro . Der Mindestbestellwert beträgt 20 Euro . Unter der Woche einschließlich Samstag kann der Kunde auf Shopwings.de von 8 bis 22 Uhr Bestellungen aufgeben. "Wir sind der Milchmann des 21. Jahrhunderts", beschreibt Shopwings-Geschäftsführer Andreas Veller das Geschäftsmodell.

Wichtigste Zielgruppen seien Berufstätige mit langen Arbeitstagen, Familien mit Kindern, die sich den Stress des Einkaufens ersparen wollen, und Senioren, die keine schweren Lasten mehr tragen wollen.

Auch die Deutsche Post ist mit dem Online-Supermarkt Allyouneed in den Internet-Handel mit Lebensmitteln eingestiegen. Anders als Shopwings kauft das Unternehmen aber nicht in den Supermärkten ein, sondern bestellt die Lebensmittel direkt von der Industrie. Der Dienst fordert keinen Mindestbestellwert ein, aber bis 40 Euro veranschlagt er Versandkosten von 4,90 Euro . Für Bestellungen die vor 12 Uhr aufgegeben werden, verspricht Allyouneed noch am selben Tag zu versenden.

Rewe.de

Edeka24.de

lidl.de/de/onlineshop

shopwings.de

allyouneed.de