1. Leben
  2. Internet

Mit wenigen Klicks zur eigenen Webseite

Webseiten-Baukästen : Per Klick zur eigenen Webseite

Webseiten-Baukästen versprechen den Nutzern in wenigen Minuten eine eigene Internetseite. Doch klappt das wirklich?

Viele wünschen sich eine. Wenige haben sie. Eine eigene Internetseite als Schaufenster des eigenen Könnens war bis vor wenigen Jahren eine komplizierte Angelegenheit. Voraussetzung waren Kenntnisse in speziellen Programmiersprachen zum Webseitenbau. Wer hat diese schon? Heute klappt das mit wenigen Klicks binnen weniger Minuten, versprechen sogenannte Webseiten-Baukästen. Die SZ-Internetredaktion hat die kostenfreien Versionen von sechs Anbietern getestet, um herauszufinden, ob sie ihre Versprechen halten.

Die Ausgangslage des Vergleichs: Ein Online-Tagebuch, das sich mit dem Thema Bücher befasst, sollte es werden. Eine eigene Webseiten-Adresse wird nicht benötigt. Dafür kassieren alle Anbieter auch gesondert ab. Daher musste die kostenlose Alternative der Baukästen ausreichen.

Beim ersten Testkandidaten ucraft.com war nach der Auswahl des Designs erst einmal aufräumen angesagt. Der Anbieter liefert sofort eine komplette Seite mit Bildern und Texten, die überhaupt nicht dem gewünschten Ergebnis entsprechen. Hier aufzuräumen, ist mühselig und zeitaufwendig. Eine kurze Anleitung, wie einzelne Werkzeuge funktionieren, wird zu Beginn eingeblendet, bezieht sich aber nur auf Premium-Dienste, die es bei ucraft in großer Fülle gibt. Diese kosten je nach Paket zehn bis 69 Dollar pro Monat. Alles andere muss der Anwender selbst auf die Reihe bekommen.

Mit dem Webseiten-Baukasten Jimdo kann ein Nutzer binnen kürzester Zeit eine eigene Internetseite auf die Beine stellen. Foto: Jessica Becker

Der nächste Baukasten, jimdo.com, wirbt damit, dass jeder ohne Vorkenntnisse eine Webseite erstellen kann. Tatsächlich ist mit wenigen Klicks ein Blog erstellt, auf dem Beiträge veröffentlicht werden können. Das Werkzeug für ein Online-Tagebuch muss nach der Anmeldung erst aktiviert werden. Viel Spaß macht bei Jimdo die Gestaltung der Webseite. Der Nutzer kann entscheiden, ob er jedes kleinste Detail oder die Seite insgesamt ändern will. Profis, für die Programmiersprachen HTML und Cascading Style Sheets, CSS, keine Fremdwörter sind, können auch eigene Layouts kreieren.

Auch bei Anbieter wix.com ist es  leicht, einen eigenen Blog zu basteln. Bei der Anmeldung kann das Programm helfen, die Webseite zu erstellen oder der Nutzer versucht es im Alleingang. Alles, was voreingestellt ist, kann im Nachhinein nach eigenem Gusto verändert werden. Auch die Anordnung einzelner Teile der Seite kann angepasst werden. Individualität hat aber auch ihren Preis. Wenn jeder einzelne Part der Webseite geändert werden soll, kostet das Zeit. Mit wenigen Klicks ist der Nutzer nicht unbedingt fertig. Außer er gibt sich mit dem, was das Programm liefert zufrieden. Im Vergleich zu anderen Anbietern gibt es nur wenige Vorlagen, sodass ein Individualist wohl  einige Zeit investieren wird.

Auf dem Markt der Webseiten-Baukästen gibt es auch Anbieter, die sich auf Blogs spezialisiert haben. Dazu gehört unter anderem das bekannte Wordpress.com. Schon bei der Auswahl der Gestaltungsmöglichkeiten fällt das riesige Portfolio der sogenannten Themes auf. Im Vergleich mit anderen Programmen bietet Wordpress.com die größte Menge. So ist das eigene Online-Tagebuch recht schnell bereit, veröffentlicht zu werden. Auch wenn der Nutzer Beiträge schreiben will, geht das sehr einfach und nahezu selbsterklärend. Mit dem sogenannten Gutenberg-Editor kann er jeden Teil eines Beitrags einzeln bearbeiten. Schwierig wird es, wenn der Nutzer die Funktionen erweitern und zum Beispiel ein Kontaktformular auf seiner Seite einbinden will. Dazu benötigt er den Business-Tarif, der mit 25 Euro monatlich zu Buche schlägt.

Ähnlich wie Wordpress funktioniert blogger.com. Das Angebot des Online-Riesen Google ist kostenlos für den Nutzer. Doch ganz leicht wird es ihm nicht gemacht. Wenn er die Aufmachung seines Online-Tagebuchs, ein sogenanntes Template, anpassen will, stößt er schnell an die Grenzen, denn die Auswahl bei Google ist eher gering – außer er kennt sich mit HTML und CSS aus. Dann kann er auch im Internet nach Templates suchen und für seine Seite nutzen. Für weniger Technik-affine Menschen ist diese Alternative daher nicht geeignet.

Wenn die Seite fertig ist, lässt sich alles andere sehr leicht bedienen. Egal ob Unterseiten erstellen oder Beiträge schreiben – an dieser Stelle macht es Google seinen Nutzern wieder leicht.

Am Ende steht der angehende Webseiten-Betreiber vor der Qual der Wahl. Welcher Anbieter soll es sein? Im Test konnte jimdo.com mit seiner Vielfalt und der einfachen Anwendung, die es auch Anfängern leicht macht, überzeugen.