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Kein großer Fortschritt bei Tablets

Tablets im Test : Es muss nicht neu und teuer sein

Die Stiftung Warentest hat Tablets unter die Lupe genommen und neuere mit älteren Modellen verglichen. Die Neulinge können mit mehr Sicherheit und Speicherplatz punkten.

Mal schnell im Internet surfen oder Verwandte per Videoanruf kontaktieren. Gerade in Zeiten von Corona und Home-Office werden Tablets immer wichtiger. Dass es nicht immer ein neues und teures Modell sein muss, hat die Stiftung Warentest  in einer Untersuchung herausgestellt. Ältere Modelle bieten der Verbraucherorganisation zufolge ebenso gute Displays, starke Akkus und Leistung wie die neueren Modelle. Die Neulinge können dagegen vor allem durch aktuelle Betriebssysteme und mehr Sicherheit punkten.

Unter die Lupe genommen wurden 17 aktuelle Modelle, darunter das Apple iPad Pro, das Samsung Galaxy Tab S6 Lite LTE und das Acepad A121, mit den Betriebssystemen Android, Chrome OS, Fire OS oder iPadOS. Die Bildschirmdiagonalen betrugen dabei für zwei Tablets 11,6, für zwölf Geräte 9,7 und für drei weitere Tablets sieben bis acht Zoll.

Im Ergebnis habe kein aktuelles Tablet deutlich besser abgeschnitten, als die Spitzenmodelle aus dem Jahr 2017. Eigentlich wäre das in anderen Jahren eine Gelegenheit, ein Schnäppchen zu machen, aber auch der sonst übliche Preisrutsch blieb in 2020 aus. Das spreche den Testern zufolge trotz allem für ein neueres Modell mit immerhin kleinen Fortschritten. So hätten diese bei vergleichbaren Preisen mehr internen Speicherplatz als ihre Vorgänger. Auch die Software könne bei den neueren Modellen punkten, da die älteren Geräte nur zeitlich begrenzte Sicherheitsupdates erhielten. Auch die Rechenleistung spreche für die aktuellen Geräte, auch wenn die Verbesserungen nur gering seien. 3D-Spiele ließen sich beispielsweise auf neuen Tablets deutlich reibungsloser spielen.

Der Vergleich zeige aber, dass sich bei Displays, Akkus und der Funktionalität kaum etwas am Stand der Technik geändert habe. Zwar schließen laut Verbraucherorganisation Anbieter in der Regel Sicherheitslücken bei älteren Geräten und reichen neue Funktionen als Softwareaktualisierungen nach, allerdings zeitlich begrenzt.  Wer sicherstellen wolle, dass seine Kinder sich sicher im Netz bewegen und gleichzeitig Wert auf ein stromsparendes Gerät lege, der sollte gerade bei Android-Geräten über aktuelle Technik nachdenken. So hätten in der Untersuchung fast alle Geräte das Betriebssystem Android 9 aufgespielt, selbst das günstige 97-Euro Gerät von Odys. Das Samsung Galaxy Tab S6 Lite biete sogar bereits die neuste Version Android 10.

Zwei der neuen Tablets im Vergleich zeichneten sich durch Besonderheiten aus. So sei das recht dicke und schwere Samsung Galaxy Tab Active Pro für stolze 665 Euro in seiner Schutzhülle extrem stabil und dadurch gut vor Stößen, Staub und Feuchtigkeit geschützt. Auch der Akku habe große Ausdauer und sei kinderleicht austauschbar. Das sei sonst bei keinem Tablet im Test möglich. Allerdings sollte ein Wechselakku nur bei Bedarf gekauft werden, da Akkus auf Dauer automatisch an Leistung verlieren. Die zweite Besonderheit stecke eher unauffällig in den neuen Apple iPads Pro: Der Entfernungsmesser Lidar, der Abstände mittels Laserlicht messen könne. So könne zum Beispiel bei einem Online-Katalog das Traumsofa ins Livebild der Kamera eingeblendet werden, als stünde es bereits im Zimmer. Immer öfter komme bei den neuesten Modellen auch der USB-Typ-C Anschluss zum Zug.

Erstmals Teil des Vergleichs seien auch Tablets der Marken Acepad und Teclast gewesen. Alle drei seien alltagstauglich. Teclast biete aber keine ausführliche Gebrauchsanleitung. Beim Acepad beherrsche das Funkmodul nur den Standard 3G, der bald abgeschaltet werde. Alle anderen Modelle böten einen 4G-Standard. 5G sei noch bei keinem der Geräte vorhanden.

Testsieger sei auch dieses Mal wieder Apple, mit Bestnoten für Displays und Kameras. Das große Apple iPad Pro 12,9 koste aber stolze 1260 Euro, das kleinere Modell Apple iPad Pro 11 immer noch 1040 Euro. Viel Leistung für 440 Euro biete das Samsung Galaxy S6 Lite mit LTE und 64 Gigabyte. Besonders günstig und dennoch gut bewertet sei das Lenovo Smart Tab M8 für 139 Euro.