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Neue Regelung in französischen Schulen
Diskussionen ums Smartphone-Verbot

Auf vielen Schulhöfen haben Handys während den Pausen Einzug gehalten.
Auf vielen Schulhöfen haben Handys während den Pausen Einzug gehalten. FOTO: dpa / Armin Weigel
Saarbrücken. In Frankreich sind künftig Handys an Schulen verboten. Die Mehrheit der SZ-Leser findet das richtig. Von Nina Scheid

Ab dem kommenden Jahr soll in Frankreich ein absolutes Handyverbot für Grund- und Unterstufenschüler gelten: Nicht nur aus dem Unterricht, sondern vom gesamten Schulgelände sollen die Geräte verbannt werden (wir haben berichtet). Der französische Bildungsminister Jean-Michel Blanquer beklagt, Schüler in den Pausen seien zu sehr mit ihren Smartphones beschäftigt, anstatt sich sportlich zu betätigen oder mit ihren Freunden zu unterhalten. Die Mehrheit der SZ-Leser fände ein Verbot auch an saarländischen Schulen angebracht.


Im Saarland gibt es keine einheitliche Verordnung, die den Handygebrauch in Schulen regelt. Wie das Ministerium für Bildung und Kultur erklärt, können die saarländischen Schulen über ihre Hausordnung die Nutzung von Handys selbstverantwortlich regeln. Aktuelle Zahlen darüber, wie viele der hiesigen Schulen sich für oder gegen ein solches Verbot auf dem Schulgelände entschieden haben, lägen nicht vor. Das Ministerium hält eine umfassende Medienbildung jedoch für wichtig: Auch in Schulen sei der Einsatz von Handys unter Umständen sinnvoll, beispielsweise um Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit privaten Daten im Internet zu vermitteln.



Die Meinungen auf der Facebook-Seite der Saarbrücker Zeitung gehen bei diesem Thema auseinander. Der Großteil der Leser ist jedoch der Meinung, dass ein komplettes Verbot wie in Frankreich auch hierzulande wünschenswert wäre. Andreas Andi Berger schreibt etwa: „Das ist eine sehr gute Idee, sollte man in Deutschland auch so machen.“ Auch Beate Juwien findet die Idee gut. Armin Eiden sagt sogar: „Die Dinger haben in der Schule nichts verloren!“ Albert Drettmann denkt, dass ein Handyverbot viele Vorteile hätte: „Das sollte unbedingt auch in Deutschland umgesetzt werden. Gerade in der Entwicklungsphase der Kinder kann etwas Offline-Zeit nicht schaden.“ Auch Moni Monya, Stella Müller-Rößler und Holger Schurtzmann sind der Meinung, dass die französischen Nachbarn mit gutem Beispiel vorangehen.

Andere halten ein Handy-Verbot für nicht zeitgemäß. Dazu zählt Facebook-Nutzerin Martina Schmitt. Sie schreibt: „Das Handy gehört heute zum Alltag dazu. Während der Pausen und nach Schulschluss sollte es jedem selbst überlassen sein, ein Handy zu nutzen.“ Dirk Ganster ist derselben Meinung. Er sagt: „Völliger Unsinn. Wir leben nicht im Mittelalter“. Auch Petra Bauer fände ein Verbot rückschrittlich.

Einige Eltern berichten, dass die Schulen ihrer Kinder Handys bereits verboten hätten. So schreibt etwa Alexandra Müller: „Auf der Schule meiner Tochter gilt während der gesamten Schul- und Pausenzeit Handyverbot. Und das ist auch gut so.“ Auch Martina Schmitt erzählt, dass auf der Schule ihres Kindes Handys seit diesem Sommer komplett verboten sind. Sie findet das jedoch nicht zeitgemäß.

Heike Pese sagt zwar, dass Kinder in der Schule nicht unbedingt ein Handy bräuchten. Sie merkt jedoch an, dass es zumindest für den Schulweg sinnvoll sei: „Ich bin froh, dass meine Kinder ein Handy dabei haben, wenn zum Beispiel der Bus nicht fährt.“