Streit um die Eröffnung der Kasseler Documenta in Athen

Streit um die Eröffnung der Kasseler Documenta in Athen

Der Plan der Documenta , die Weltkunstausstellung 2017 statt in Kassel in Athen zu eröffnen (wir haben berichtet), hat Streit ausgelöst. Kassel bleibe Hauptausstellungsort für die Documenta 2017, beruhigte die Geschäftsführerin der Documenta , Annette Kulenkampff, gestern im Nachrichtensender hr-Info.Zuvor hatte sich der Kasseler Einzelhandel in der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen" schockiert gezeigt; der Hotel- und Gaststättenverband fürchtet um seine Übernachtungen, die CDU fordert ein Machtwort von Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD ), der auch Documenta-Aufsichtsratsvorsitzender ist.

Der jedoch verteidigt das Konzept. Bernhard Balkenhol, Dozent an der Kasseler Kunsthochschule, sagte, er bedauere, dass die Politik zu sehr im Fokus stehe. "Mir kommt die Kunst zu kurz." Der Documenta-Historiker Harald Kimpel stellte die Frage, ob das Volumen der Ausstellung sich durch die zwei Orte verdoppele oder nicht.

Nicht zum ersten Mal zeigt die Ausstellung auch Kunst an anderen Orten. Bei der Documenta 2012 hatte die Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev das ägyptische Alexandria und Banff in Kanada als Kunst-Orte ausgewiesen. Mit der Eröffnung in Athen wollen die Macher die Kultur- und Demokratienation Griechenland mal nicht als Pleitestaat in der Öffentlichkeit zeigen.

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