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Top-Verbände wollen gemeinsam für Interessen kämpfen

Hamburg. Fußballer, Handballer, Basketballer, Volleyballer und Eishockeyspieler kooperieren ab sofort unter dem Namen „Teamsport Deutschland“. Christoph Stukenbrock

Mehr Förderung, bessere Vermarktung, größere Reichweite: Unter dem Namen "Teamsport Deutschland" kämpfen fünf deutsche Spitzensportverbände künftig gemeinsam für ihre Ziele. Ihren Zusammenschluss gab die Interessengemeinschaft aus Fußball (DFB), Handball (DHB), Basketball (DBB), Eishockey (DEB) und Volleyball (DVV) bei einer Pressekonferenz in Hamburg bekannt.

"Teamsport Deutschland gibt dem deutschen Mannschaftssport eine starke und gemeinsame Stimme", sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann, der 2017 die Rolle des Sprechers der Initiative übernimmt: "Wir sind überzeugt, dass unsere Argumente gemeinsam vorgetragen an Kraft gewinnen. Teamsport Deutschland wird helfen, den Mannschaftssport-Standort Deutschland stabil aufzustellen, im internationalen Vergleich zu stärken und so eine größere gesellschaftliche Relevanz zu schaffen."

Kernthemen von Teamsport Deutschland sind die Leistungssportförderung, Regelungen zur Förderung in Deutschland ausgebildeter Talente und die Vermarktung. Zudem soll es um die nationale und internationale Situation von Medienrechten sowie um internationale Veranstaltungen und Werberechte gehen. "Wir sehen erhebliche Synergieeffekte in der Nutzung wechselseitigen Wissens", sagte DEB-Präsident Franz Reindl. Unter anderem sollen die Spielkalender der verschiedenen Sportarten besser aufeinander abgestimmt werden.

DFB-Vizepräsident Rainer Koch bezeichnete den Zusammenschluss als ein "wichtiges Signal seitens des Fußballs. Wir wollen intensiv mit den anderen Sportarten zusammenarbeiten." Ingo Weiss, Präsident der Basketballer, unterstrich: "Wir können viel vom Fußball lernen." Zwei Mal im Jahr werden sich die Präsidenten und Generalsekretäre der Verbände künftig treffen, der Vorsitz wechselt jährlich.

Adressaten der mit einer Stimme vorgetragenen Positionen sollen vor allem Vertreter des deutschen Sports und die (sport-)politischen Institutionen sein. Dazu gehören neben der Politik internationale Verbände, Sponsoren, Rechtehändler und Vermarkter sowie die nationalen und internationalen Profiligen und die Medien. Der Verbund der Mannschaftsportarten, so die Hoffnung der Macher, verbessere die Voraussetzungen zur Nutzung von Synergiepotenzialen.

"Der DFB tritt sehr gern in einen engeren und intensiveren Austausch und eine verstärkte Zusammenarbeit mit den anderen olympischen Mannschaftssportarten ein", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Wichtig sei ihm "herauszuheben, dass dieser Zusammenschluss die Aufgaben der Vereinigung der Sportsponsoring-Anbieter, die die Interessen des DFB sowie auch der DFL vertritt, nicht berührt und auch keine Gegnerschaft, sondern ganz im Gegenteil eine partnerschaftliche und engere Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund angestrebt wird."

Sitz von Teamsport Deutschland, das sich zunächst angeblich mit 30 000 Euro pro Verband finanziert, wird Berlin sein. Dort geht es in der ersten offiziellen Arbeitstagung um die TV-Rechtesituation. Zudem wird eine hauptamtliche Stelle geschaffen.