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Grün-weiß feiert rot-weiß-rote Tore

Bremen. Werder Bremens Österreicher überragen beim 3:0-Sieg gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig. Peer Lasse Korff

Zlatko Junuzovic ließ sich am Ende des österreichischen Festtages nicht lange bitten. "Um einen Kaiserschmarrn werden wir wohl nicht herumkommen", sagte der Kapitän von Werder Bremen nach dem 3:0 (1:0) gegen RB Leipzig, einem Sieg in drei rot-weiß-roten Akten. Dann fügte er mit einem breiten Grinsen an: "Des is a Wahnsinn!"

Was Junuzovic mit seinen Landsleuten Florian Grillitsch und Florian Kainz ausgerechnet gegen den Klub eines österreichischen Energiebrause-Giganten mit österreichischem Trainer vollbrachte, hatte die Bundesliga noch nicht gesehen: drei Treffer durch drei Austria-Importe in einer Partie. "Heute waren die Österreicher vielleicht die besseren Fußballer", sagte Grillitsch mit einem Augenzwinkern.

Viel wichtiger war allerdings die Fortsetzung der beeindruckenden Serie im Abstiegskampf: 13 von 15 Punkten hat Werder in den vergangenen fünf Partien eingesammelt, präsentiert sich kurz vor dem Beginn der entscheidenden Saisonphase in bestechender Form und konnte gegen den Tabellenzweiten Leipzig sogar die Leistungsträger Max Kruse und Serge Gnabry (beide Muskelverletzungen) ersetzen.

"Wir hatten wieder einen großartigen Teamgeist auf dem Platz", sagte Trainer Alexander Nouri, der Mitte Februar noch um seinen Job bangen musste. Mit dem Sprung auf Platz 13 rückt nun eine Vertragsverlängerung wieder näher. Darüber sprechen will Sportchef Frank Baumann aber weiterhin erst, wenn Werder Fakten geschaffen hat und der Klassenverbleib unter Dach und Fach ist.

Werder brillierte nicht gegen die starken Sachsen, bewies aber erneut beharrlichen Kampfgeist und große Effizienz. Das 1:0 erzielte der starke Junuzovic - bekennender Energiebrause-Konsument - mit der ersten echten Torchance. Leipzig, das ordentlich begonnen hatte, traf noch durch Sabitzer den Pfosten (39.), doch danach hatten die Hanseaten das Geschehen immer besser im Griff. Grillitsch (59.) nach Freistoß-Trick mit Junuzovic und der eingewechselte Kainz (90.) verwandelten das Weserstadion in eine Partyzone. "Ich hoffe, die Gastronomen im Viertel haben genug Bier für die Fans kalt gestellt", sagte Nouri anschließend mit einem breiten Grinsen im Gesicht.