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Weltweites Entsetzen
Russlands Wiederaufnahme in Wada „stinkt zum Himmel“

Köln. Die sich abzeichnende Wiederaufnahme Russlands in die Anti-Doping-Familie hat weltweit für heftige Kritik gesorgt. Auch in Deutschland stießen die Empfehlung des unabhängigen Prüfungsausschusses und die undurchsichtigen Vorgänge vor der für Donnerstag angesetzten Entscheidung auf völliges Unverständnis. sid

„Die Entscheidung kommt sehr überraschend. Sie ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar", teilte die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) in Bonn mit. Die beiden wesentlichen Punkte – öffentliche und vollumfängliche Anerkennung des McLaren-Reports sowie der uneingeschränkte Zugang zum Moskauer Labor – seien bis dato nicht erfüllt gewesen, schrieb die Nada: „Mit Erstaunen nehmen wir zur Kenntnis, dass sich nun aber über Nacht die Dinge geändert haben.“ Regelrecht bestürzt war Travis Tygart, der Chef der US-Anti-Doping-Agentur. „Ganz ehrlich, das stinkt zum Himmel“, sagte Tygart.


In der Nacht zu Samstag hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur mitgeteilt, dass das Compliance Review Committee empfohlen habe, Russlands Anti-Doping-Agentur nach drei Jahren wieder aufzunehmen.