| 21:52 Uhr

Chaos bei Weltreiterspielen
Dressur-Königin Werth bleibt drittes WM-Gold verwehrt

Isabell Werth muss auf den WM-Höhepunkt, die Dressur-Kür, verzichten.
Isabell Werth muss auf den WM-Höhepunkt, die Dressur-Kür, verzichten. FOTO: dpa / Stefan Lafrentz
Tryon. Pures Chaos bei den Weltreiterspielen in den USA. sid

Miserable Vorbereitung, ein totes Pferd und schon zwei abgebrochene oder abgesagte Wettbewerbe – die Bilanz für die Veranstalter nach der ersten Woche der Weltreiterspiele liest sich verheerend. Chaos, Pannen und Peinlichkeiten ziehen sich wie ein roter Faden durch die WM in Tryon in den USA. Nach der Absage der Dressur-Kür mussten sich die Organisatoren erneut Kritik gefallen lassen.


„Es ist unglaublich schade und bedauerlich“, sagte Dressur-Königin Isabell Werth, nachdem die Kür wegen des Tropensturms Florence erst von Sonntag auf Montag verschoben und schließlich ganz abgeblasen worden war. Klar, für das Wetter können die Veranstalter in North Carolina nichts – für unzureichende Vorbereitung aber schon. „Es war seit einigen Tagen absehbar, dass schwere Regenfälle kommen werden“, merkte die 49-Jährige an, der in Tryon nach Gold mit dem Team und im Grand Prix Special die Chance auf den Titel-Hattrick verwehrt blieb.

Denkbar wäre gewesen, schon am Samstag auf das kleinere Stadion auszuweichen, wo kein Wettkampf stattfand. „Das hätte wunderbar gepasst“, sagte Werth. Stattdessen schoben die Organisatoren die Kür auf Montag – obwohl für den Abend schon seit langer Zeit der Rückflug der europäischen Pferde geplant war. Allein deshalb konnte der Montag nie eine ernsthafte Option sein. „Wir können kein Pferd in eine Prüfung gehen lassen, um es anschließend in einen Flieger zu stellen“, sagte Equipe-Chef Klaus Roeser.



Ein organisatorisches Armutszeugnis war auch schon der katastrophale Distanzritt am vergangenen Mittwoch. Erst wurden die Reiter aus noch ungeklärten Gründen von zwei verschiedenen Startlinien losgeschickt, das Rennen Stunden später dann neu gestartet und schließlich wegen zu großer Hitze und zu hoher Luftfeuchtigkeit komplett abgebrochen. Die traurige Bilanz des schief gelaufenen Wettbewerbs gab der Weltverband FEI dann erst zwei Tage später bekannt: ein wegen Nierenproblemen eingeschläfertes Distanzpferd, 53 von 95 gestarteten Pferden mit Problemen in der Tierklinik.