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Olympia in weiter Ferne

Olympia in weiter Ferne

Belgrad. Aus und vorbei: Deutschlands Handballer haben bei der EM in Serbien das Halbfinale verpasst und müssen um Olympia zittern. Im entscheidenden Spiel der Hauptrunde verlor der WM-Elfte gestern in Belgrad gegen Polen mit 32:33 (17:18)

Belgrad. Aus und vorbei: Deutschlands Handballer haben bei der EM in Serbien das Halbfinale verpasst und müssen um Olympia zittern. Im entscheidenden Spiel der Hauptrunde verlor der WM-Elfte gestern in Belgrad gegen Polen mit 32:33 (17:18). Vor rund 2000 Zuschauern in der Arena Belgrad warfen Dominik Klein und Christian Sprenger (je 7) die meisten Tore für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). Nun ist das Team von Bundestrainer Martin Heuberger auf Schützenhilfe für einen Platz in der Olympia-Qualifikation angewiesen. "Das haben die Jungs nicht verdient, die aufopferungsvoll gekämpft haben. Wir hätten mit einem Punkt belohnt werden müssen", sagte Heuberger nach packenden 60 Minuten.Zwei Tage nach dem verpassten vorzeitigen Halbfinal-Einzug durch das 26:28 gegen den WM-Zweiten Dänemark wollten die deutschen Handballer ihre zweite Chance unbedingt nutzen. "Jetzt gibt es keine Ausrede mehr", sagte Torhüter Silvio Heinevetter. Für das abschließende Spiel in der Hauptrundengruppe I hatte Bundestrainer Martin Heuberger wenige Stunden vor Anpfiff den bislang nicht berücksichtigten Martin Strobel nachnominiert. Mit dem Lemgoer Spielmacher hatte der Bundestrainer sich eine Alternative für den Rückraum geholt, da Kapitän Pascal Hens wegen einer Achillessehnenreizung im Training am Vortag pausieren musste. Dagegen war Linkshänder Holger Glandorf trotz einer Wadenprellung einsatzfähig.

In dem Spiel um alles oder nichts agierten die deutschen Spieler auf dem Feld erstaunlich emotionslos. Das am Vortag demonstrativ zur Schau gestellte Selbstbewusstsein war kaum zu sehen. Daher tat sich das Team um Spielmacher Haaß auch reichlich schwer gegen die Polen.

Nach einem 2:4 (6.) geriet die DHB-Auswahl erst mit 7:10 (15.) und später mit 10:14 (21.) ins Hintertreffen, weil wieder einmal im Angriff vieles nicht rund lief. Doch die deutschen Spieler arbeiteten sich auf 15:15 (26.) heran, konnten aber nicht in Führung gehen. Vielmehr musste der vor der Wechselbank hin- und hertigernde Bundestrainer kurz vor Halbzeit den 17:18-Rückstand zur Pause mit ansehen.

In der zweiten Halbzeit wurde es nicht besser, und beim 24:28 (45.) war der Rückstand wieder auf vier Tore angewachsen. Danach entdeckten die deutschen Spieler aber ihr Kämpferherz und drehten die Partie fast noch. In der 56. Minute lag die deutsche Mannschaft beim 30:29 erstmals vorn. Dann wurde es zunehmend hektisch, Dominik Klein erhielt von den spanischen Schiedsrichtern zweieinhalb Minuten vor dem Ende nach einer Notbremse Rot. In Folge des Sturzes des Polen Krzysztof Lijewski kam auch Spielmacher Michael Haaß zu Fall und musste auf einer Trage aus der Halle gebracht werden. Die Deutschen versuchten auch in Unterzahl alles, es sollte aber nicht mehr reichen. dpa/dapd