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Kerber im Schnelldurchgang

Kerber im Schnelldurchgang

Mit einem beeindruckenden 6:2, 6:2-Sieg über die Polin Agnieszka Radwanska hat sich Angelique Kerber bei der Tennis-WM zurückgemeldet. Nun hat die 25-Jährige alle Chancen auf das Halbfinale in Istanbul.

Mit einem eindrucksvollen Befreiungsschlag hat Angelique Kerber ihren WTA-Final-Fluch beendet und die Chance auf den Halbfinal-Einzug in Istanbul gewahrt. 48 Stunden nach der klaren Auftakt-Niederlage gegen Titelverteidigerin Serena Williams bezwang Deutschlands Nummer eins die Polin Agnieszka Radwanska in nur 58 Minuten mit 6:2, 6:2 und zeigte bei ihrem ersten Sieg überhaupt beim Saisonabschluss eines ihrer besten Spiele.

Die 25 Jahre alte Weltranglistenneunte sicherte sich mit dem glatten Erfolg über die fünf Plätze besser eingestufte Radwanska ein "Endspiel" heute gegen die Tschechin Petra Kvitova. Mit einem Sieg über die Wimbledon-Siegerin von 2011 stünde Kerber wohl im Halbfinale. "Ich werde morgen wieder rausgehen und versuchen, mein bestes Tennis zu spielen", sagte die blonde Deutsche, die zuvor seit ihrem Debüt im Vorjahr sämtliche vier Spiele beim Saisonabschluss der acht weltbesten Spielerinnen verloren hatte.

Im neunten Duell mit der enttäuschenden Radwanska, die schon einen Tag zuvor beim 2:6, 4:6 gegen Williams ohne Chance gewesen war, gelang Kerber der vierte Sieg. Zuletzt hatte sie von fünf Spielen gegen die Polin vier verloren. Im Gegensatz zum zerfahrenen Beginn im Spiel gegen Williams war Kerber gestern im Sinan Erdem Dome vom ersten Ballwechsel an hellwach und zeigte eine eindrucksvolle Körpersprache. Schon im ersten Spiel schaffte Kerber das frühe Break und nahm dem Kraftpaket aus Krakau zum 5:2 ein zweites Mal den Aufschlag ab.

Kerber selbst servierte souverän und ließ im ersten Durchgang keine einzige Breakchance zu. Mit der Satzführung im Rücken setzte Kerber im zweiten Durchgang sofort nach und verpasste ihrer Kontrahentin mit dem erneuten Break zum 1:0 den nächsten Nackenschlag.

Gegen Kvitova, die gegen Radwanska in Istanbul am Dienstag 6:4, 6:4 gesiegt hatte, wartet heute allerdings ein härterer Brocken. 2:2 lautet Kerbers Bilanz gegen die WTA-Final-Siegerin von 2011. Zuletzt unterlag sie Kvitova Ende September im Finale von Tokio mit 2:6, 6:0, 3:6 - doch nach dem Spiel gestern dürfte Kerber mit viel Selbstvertrauen auf den Platz gehen.