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1. FC Saarbrücken arbeitet Niederlage im Auftaktspiel auf

1. FC Saarbrücken : Die „Nicht-Leistung“ soll ein Weckruf sein

Der 1. FC Saarbrücken arbeitet die 0:3-Auftaktpleite gegen den FSV Frankfurt auf. Die neue Spielweise sitzt noch nicht.

Die Videoanalyse gehört im bezahlten Fußball mittlerweile zum Standardvorgehen –  auch in der Nachbetrachtung eines Spiels. Für die Spieler des Regionalligisten 1. FC Saarbrücken war gestern das Anschauen der Bewegtbilder vom Auftaktspiel gegen den FSV Frankfurt alles andere als ein Vergnügen. Der FCS hatte am Sonntag sein erstes Saisonspiel glatt mit 0:3 (0:2) verloren. „Wir wissen alle, dass das überhaupt nix war“, sagte FCS-Torwart Daniel Batz, „und 0:3, das ist schon ein Wort.“

Das sieht auch Kapitän Manuel Zeitz so: „Mit diesem Ergebnis hatte in ganz Deutschland wohl niemand gerechnet. Es ging einfach nichts zusammen“, gab Zeitz zu. „Aber es wäre jetzt zu einfach zu sagen, es war ein gebrauchter Tag, und das kommt vor. Wenn wir so weiterspielen, geht es nicht um den Aufstieg, sondern gegen den Abstieg.“

Klare Worte, der eine klare Analyse und Aufbereitung in der Woche folgen muss. „Das 0:1 fällt aus einer Standardsituation. Da waren wir schon im vorigen Jahr anfällig“, sagte Batz. Die Fernsehbilder legen nahe, dass es wohl Zeitz persönlich war, der beim Torschützen Andreas Pollasch hätte sein müssen. „Das tut nichts zur Sache, denn es geht nicht um Einzelpersonen, sondern um die Mannschaft“, hatte Rechtsverteidiger Benjamin Kessel sofort nach dem Schlusspfiff schon gesagt.

Die Mannschaft machte vor allem im ersten Abschnitt zu viele unnötige Abspielfehler. „Das können wir nicht auf irgendwelche neuen Abläufe schieben“, räumte Zeitz ein – schließlich standen in der Startformation neun Spieler, die auch in der vergangenen Saison zusammengespielt hatten. Nur Kessel und José Pierre Vunguidica waren neu. „Es war auch das gleiche System, nur halt mit Obi (Anm. d. Red.: Markus Obernosterer) als hängende Spitze“, sagte Zeitz weiter.

Die Reaktion auf die verdiente Pleite im Umfeld ist heftig. Im Stadion folgte auf das schweigende Entsetzen nach dem Rückstand ein ordentliches Pfeifkonzert zur Pause. Und nach dem 0:3 durch Ilias Soultani stellten sogar die Treuesten der Treuen die Unterstützung ein. „Jeder, der im Stadion war, hat das Recht, seine Kritik zu äußern“, sagte Zeitz, „dafür habe ich vollstes Verständnis. Es war eine absolute Nicht-Leistung von uns.“ Dass es nach dem Spiel aufmunternden Applaus gab, tat den Spielern gut. „Diese Reaktion war beeindruckend“, sagte Batz, dem im FCS-Spiel „vor allem die Emotionen gefehlt haben. Nach dem 0:2 war jeder nur noch mit sich selbst beschäftigt.“

Am kommenden Freitag (18.30 Uhr) geht es für Saarbrücken beim SC Freiburg II weiter. Vor einem Jahr setzte es im Möslestadion nach einer ganz schwachen Vorstellung eine Niederlage, die sich in der Rückschau als Weckruf erweisen sollte. „Freiburg war damals ein Aha-Erlebnis für uns“, erinnert sich Batz, „ich hoffe, dass diesmal der FSV der notwendige Weckruf war.“

 Die Mannschaft hat die notwendigen Veränderungen in der Spielweise nach dem Weggang des Sturmduos Patrick Schmidt/Kevin Behrens noch nicht verinnerlicht. Die Qualität sollte da sein – doch in Saarbrücken fehlte es in der Vergangenheit bekanntermaßen oft an der Geduld. Die braucht man – nicht nur beim Ertragen der Videoanalyse.