FCS verliert Heimspiel gegen FSV Frankfurt mit 0:3

Fußball-Regionalliga Südwest : FCS wird bei 31 Grad eiskalt erwischt

Der Regionalliga-Meister verliert sein erstes Saisonspiel gegen den FSV Frankfurt zu Hause mit 0:3 und ist damit Tabellenletzter.

Das nennt man dann wohl einen klassischen Fehlstart. Der 1. FC Saarbrücken, Meister der Fußball-Regionalliga Südwest in der vergangenen und einer der Topfavoriten auf den Titel auch in dieser Saison, ist mit einer deftigen 0:3 (0:2)-Heimpleite gegen den FSV Frankfurt in die neue Spielzeit gestartet. Fast 4000 Zuschauer im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion waren vom Auftritt der Mannschaft von Trainer Dirk Lottner zwar zutiefst enttäuscht, dennoch gab es am Ende aufmunternten Applaus. „Die Zuschauer haben ein feines Gespür“, dankte Lottner den Anhängern, „wir müssen einige Dinge neu entwickeln. Das bekommt man in fünf Wochen nicht hin, da braucht es mehr Zeit.“

Nach acht Minuten gingen die Gäste, die erst knapp eine Stunde vor dem Anpfiff am Stadion ankamen, in Führung. Ein Freistoß von Robert Schick landete am Fünfmeterraum, Andreas Pollasch reagierte am schnellsten und drückte den Ball im Fallen über die Linie. „Die haben ihn freigeblockt, und wir haben das ganz schlecht verteidigt“, sagte Saarbrückens neuer Rechtsverteidiger Benjamin Kessel, „vielleicht haben einige gedacht, dass wir durch die Liga spazieren. Spätestens heute haben wir gesehen, dass jedes Spiel harte Arbeit wird.“

Der FCS begann variabel in einem 4-1-4-1-System. Kessel und Mario Müller spielten außen, Marco Kehl-Gomez und Steven Zellner in der Mitte. Kapitän Manuel Zeitz war der defensivste Mann im Mittelfeld, offensiver agieren sollten Marcus Mendler, Markus Obernosterer, Marco Holz und Tobias Jänicke. Vorne bemühte sich José Pierre Vunguidica meistens glücklos. Wie nach 14 Minuten, als sich der Angolaner nach einer Holz-Flanke ganz lang machte, den Ball aber nicht erreichte. Stattdessen irritierte er den dahinter freistehenden Mendler – die Chance auf den Ausgleich war vertan. „Wir sind einfach nach vorne gelaufen, hatten viele einfache Ballverluste“, sagte Kessel. Aus einem dieser Fehlabspiele resultierte das 0:2. Christoph Becker kam nahezu ohne Gegenwehr zur Grundlinie, seine Flanke traf Schick mit herausragender Schusstechnik volley – FCS-Torwart Daniel Batz war nach 21 Minuten chancenlos.

Symptomatisch für das FCS-Spiel vor der Pause eine Szene nach einer halben Stunde: Batz hatte eine Flanke abgefangen und wollte schnell abwerfen. Doch keiner seiner Mitspieler wollte das Spielgerät haben. Frankfurt konnte ganz leicht in seine defensive Grundaufstellung zurückkehren. Der FCS fand nur einmal ein Mittel: Nach Mendlers Traumpass hatte Vunguidica freie Bahn, doch statt eines Abschlusses versuchte er einen Querpass, der nicht ankam.

Nach der Pause kamen Marcel Carl und Gillian Jurcher für Jänicke und Obernosterer – und zumindest für eine Viertelstunde mehr Tempo ins Spiel. Doch der erst kurz zuvor eingewechselte Ilias Soultani besiegelte mit dem 3:0 (66.) das Schicksal des FCS. Carl forderte nach einem Kontakt im Strafraum Elfmeter (78.), den Schiedsrichter Gaetano Falcicchio nicht gab. Mendlers Versuch landete auf den Fäusten von FSV-Torwart Marco Aulbach (81.), dann war Schluss.

Der Anfang vom Ende: FCS-Torwart Daniel Batz und Kapitän Manuel Zeitz kommen beim 0:1 durch Andreas Pollasch zu spät. Foto: Andreas Schlichter
FCS-Trainer Dirk Lottner muss sich für das nächste Spiel seiner Mannschaft am Freitag in Freiburg etwas einfallen lassen. Foto: Andreas Schlichter

„Ich muss nicht sagen, dass wir uns das ganz anders vorgestellt haben“, sagte Lottner, „wir sind zu keiner Zeit dorthin gekommen, wo wir hinwollten. Sei es Spielfluss, Tempo oder Spiel über die Außen.“ Sein Kollege Alexander Conrad ordnete Partie und Ergebnis mit der Gelassenheit des Siegers ein: „Es ist der erste Spieltag. Da kann sowas passieren.“ Der FCS ist zumindest bis Freitag Tabellenletzter. Dann muss er beim SC Freiburg II antreten – wieder keine leichte Aufgabe. Darum brachte es Kessel auf den Punkt: „Wir müssen schnellstmöglich unsere Lehren daraus ziehen.“