1. Sport
  2. Saar-Sport

FCS empfängt am Sonntag den FSV Frankfurt

Regionalliga Südwest : FCS will – und muss – guten Start hinlegen

Der Meister der vergangenen Regionalliga-Saison ist wieder Titelkandidat und empfängt am Sonntag den FSV Frankfurt.

Fast auf den Tag genau fünf Jahre ist es her, dass der 1. FC Saarbrücken in seine bislang letzte Saison in der 3. Fußball-Liga gestartet ist – damals mit einer 1:5-Niederlage bei Holstein Kiel. Der Schock, dass man nach dem Drama von Giesing, als man in der Relegation bei 1860 München einen 2:0-Vorsprung nicht über die Zeit bringen konnte und die Rückkehr in die dritthöchste deutsche Spielklasse noch verspielte, ist im Umfeld einer Trotzreaktion gewichen. 140 neue Mitglieder hat der Verein seit Mai hinzugewinnen können.

Doch haben auch die Verantwortlichen und Spieler die verpasste Chance schon gänzlich aus den Köpfen, wenn es am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (Anstoß 14 Uhr, Hermann-Neuberger-Stadion Völklingen) gilt, einen neuen Anlauf zu nehmen? „Es gibt Momente, da wird einem vor Augen geführt, wo man sein könnte – etwa wenn Kaiserslautern am Samstag zum Drittliga-Auftakt gegen 1860 vor 40 000 Zuschauern spielt“, gesteht FCS-Sportdirektor Marcus Mann, „aber es beeinflusst uns in der täglichen Arbeit nicht mehr. Vor uns liegt eine neue, eine harte Saison. Darauf konzentrieren wir uns.“

Die Vorbereitung war mit fünf Wochen kurz und intensiv. „Nach der langen Saison war es wichtig, den Jungs auch mal Urlaub zu geben“, sagt FCS-Trainer Dirk Lottner, „aber es sollte ausreichen, dass wir am Sonntag einen guten Start hinlegen werden.“ Die Mannschaft wird ein neues Gesicht haben, auch weil mit Patrick Schmidt und Kevin Behrens zwei herausragende Stürmer den Verein verlassen haben. Mit José Pierre Vunguidicia (aus Sandhausen) und Marcel Carl (aus Walldorf) kommen andere Spitzen, die anders bedient werden wollen. Darum – und wegen der Verpflichtung des Zweitliga-erfahrenen Benjamin Kessel (aus Kaiserslautern) als rechter Verteidiger – wird sich auch die Spielweise verändern. Der FCS ist variabler, kann mit Dreier- oder Viererkette agieren, im bisherigen 4-4-2-System oder auch 4-1-4-1. „Ich möchte, dass die Mannschaft in der Lage ist, während eines Spiels auf gewisse Dinge zu reagieren“, sagt Lottner, „die Vorbereitung dient auch dazu, Dinge auszuprobieren und zu sehen, was das Beste für die Mannschaft ist. Das kann in der einen Woche das sein, in der nächsten ein anderes System, wenn es der Gegner erfordert.“

Die Nummer eins im Tor bleibt Daniel Batz, das hat Lottner verraten. Dagegen werden mit Marlon Krause, Martin Dausch, Sebastian Jacob (alle verletzt) und Fatih Köksal (gesperrt) vier Spieler am Sonntag nicht zur Verfügung stehen. Dennoch muss der Cheftrainer drei Akteuren mitteilen, dass sie nicht zum Aufgebot gehören werden. „Gerade vor dem ersten Spieltag ist das eine der schwierigsten Aufgaben“, sagt Lottner, „es gehört dazu, die Spieler dann mitzunehmen und dafür zu sorgen, dass sie im nächsten Spiel dabei sind.“

Das Auftaktprogramm ist durchaus anspruchsvoll. Nach dem FSV Frankfurt hat man die U23-Teams des SC Freiburg und des VfB Stuttgart vor der Brust. „Es muss unser Anspruch sein, ein Heimspiel gegen den FSV Frankfurt zu gewinnen, wenn man oben mitspielen will. Wenn die spielerische Leichtigkeit am Anfang noch fehlt, muss man das auch mal erzwingen“, gibt Mann die Marschrichtung vor.

Das Ziel dieser Saison ist klar formuliert: Der FCS will und muss aufsteigen. „Die Situation ist doch wie im vorigen Jahr. Die anderen können sich ein Stück weit verstecken, aber das interessiert nach fünf Spieltagen keinen mehr“, sagt Mann, „vielleicht braucht die Feinabstimmung noch etwas Zeit, aber wir können uns nun kein halbes Jahr zum Einspielen nehmen. Unabhängig von System und Personal wird es darauf ankommen, wie wir in die Spiele gehen.“ Kapitän Manuel Zeitz sagt: „Vorbereitung macht niemand gern. Jetzt geht es endlich los. Die Aufbruch­stimmung ist da – und wir sind verantwortlich, dass die weitergeht.“ Der Verein hofft, dass 3500 Zuschauer die Mannschaft am Sonntag auf dem ersten Schritt begleiten.