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Meiser stellt klar
LSVS soll ohne Steuergeld saniert werden

Der freigestellte LSVS-Hauptgeschäftsführer Paul Hans soll einen jährlichen Zuschuss der Sportplanungskommission in Höhe von 550 000 Euro bei den Ausgaben versehentlich doppelt eingeplant haben – über acht Jahre lang.
Der freigestellte LSVS-Hauptgeschäftsführer Paul Hans soll einen jährlichen Zuschuss der Sportplanungskommission in Höhe von 550 000 Euro bei den Ausgaben versehentlich doppelt eingeplant haben – über acht Jahre lang. FOTO: dpa / Jens Wolf
Saarbrücken. Der Sportausschuss des saarländischen Landtages hat sich erstmals mit dem Millionen-Finanzloch beim Sportverband befasst. Von Kai Klankert und Tobias Fuchs
Kai Klankert

Der Finanzskandal beim Landessportverband für das Saarland (LSVS) soll ohne Hilfe des Steuerzahlers bewältigt werden. Das bekräftigte LSVS-Präsident Klaus Meiser gestern bei einer Anhörung im Landtag. Im Innen- und Sportausschuss informierte der CDU-Politiker und Landtagspräsident über das seit Jahren bestehende Haushaltsloch bei der Dachorganisation der Sportverbände und -vereine im Land.


Meiser erläuterte den Abgeordneten den „systematischen Planungsfehler im Wirtschaftsplan“ der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken, der laut Verband ein jährliches Defizit von einer halben Million Euro verursachte. Meiser zufolge kannte das LSVS-Präsidium die Kalkulation nicht im Detail. Der freigestellte LSVS-Hauptgeschäftsführer Paul Hans soll einen jährlichen Zuschuss der Sportplanungskommission in Höhe von 550 000 Euro bei den Ausgaben versehentlich doppelt eingeplant haben – über acht Jahre lang. Das entstandene Haushaltsloch soll der langjährige Angestellte gestopft haben, indem er ein Drei-Millionen-Darlehen für ein Bauprojekt und eine Rücklage von zwei Millionen Euro für den laufenden Betrieb aufwendete.

Der Finanzskandal soll laut Meiser nicht zu Lasten des Sports gehen. „Für 2018 sind die Zuschüsse an unsere Verbände sichergestellt“, erklärte der LSVS-Chef. Die Planungskommission erhalte die ihr zustehenden Mittel für die Infrastruktur. Sein Haushaltsloch will der LSVS aus eigener Kraft schließen. Der Verband finanziert sich zu gut 90 Prozent aus den Spieleinsätzen von Saartoto. Das sogenannte Sportachtel belief sich 2016 auf 13,6 Millionen Euro. „Wir sind durch das Sportachtel so gut aufgestellt, dass wir das selbst hinbekommen“, erklärte der 63-Jährige.



„Klaus Meiser hat wiederholt betont, dass das Defizit den LSVS nicht in Schieflage bringen wird“, sagte Petra Berg (SPD) nach der Anhörung. Die wichtigste Botschaft sei, dass die Gelder für den Sport weiter fließen, erklärte Raphael Schäfer (CDU). Dennis Lander (Linke) äußerte sich kritischer: „Es sollte geprüft werden, ob nicht im Endeffekt doch die Bürger zur Kasse gebeten werden.“