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| 20:41 Uhr

Handball-EM in Kroatien
Duvnjak verkörpert die Mission Gold

Domagoj Duvnjak ist der Anführer des Handball-Bundesligisten THW Kiel und der kroatischen Nationalmannschaft bei der heute beginnenden Heim-Europameisterschaft.
Domagoj Duvnjak ist der Anführer des Handball-Bundesligisten THW Kiel und der kroatischen Nationalmannschaft bei der heute beginnenden Heim-Europameisterschaft. FOTO: Axel Heimken / dpa
Zagreb. Der Anführer des THW Kiel soll Kroatien bei der Heim-EM zum Titel führen. Doch sein Einsatz birgt ein gewaltiges Risiko.

Domagoj Duvnjak hat sich gequält. Sieben lange Monate, jeden Tag. Für seinen großen Traum, für die Mission Gold bei der Handball-EM in seiner Heimat Kroatien. „Unser ganzes Land wünscht sich den Sieg, erwartet zumindest eine Medaille“, sagt der Starspieler des THW Kiel vor dem heutigen Start der Europameisterschaft: „Der Druck wird riesig sein.“ Vor allem auf ihm.

Der 29 Jahre alte Rückraumspieler ist Kapitän, Gehirn und unangefochtener Anführer des Teams von Trainerfuchs Lino Cervar. Duvnjak trägt eine große Last auf seinen breiten Schultern. Die „Kauboji“ (Cowboys) vor dem hochemotionalen Publikum mit kühlem Kopf zum ersehnten Erfolg zu führen, ist die wohl schwierigste Aufgabe seiner so erfolgreichen Karriere. Die enge Spitze mit Titelverteidiger Deutschland, Supermacht Frankreich und Olympiasieger Dänemark sowie seine schwierige Vorgeschichte machen die Aufgabe noch kniffliger.

„Das wird vielleicht die stärkste Europameisterschaft der Geschichte, weil jeder gegen jeden gewinnen kann“, sagt Duvnjak. Gleich zum Auftakt könnte der Druck für die Gastgeber und ihren Star kaum größer sein. Heute (20.30 Uhr) wartet als erster Gegner vor 15 000 handballverrückten Fans in Zagreb ausgerechnet der Erzrivale Serbien.

Rückblende: Im vergangenen April zieht Duvnjak die Notbremse, es geht einfach nicht mehr. Die malade Patellasehne im linken Knie lässt die aufreibende Spielweise des einstigen Welthandballers nicht mehr zu, eine Operation ist unumgänglich. Die EM rückt plötzlich in weite Ferne. Die Fans in Kroatien zittern um ihr Idol, und der THW rutscht ohne seinen Topspieler in die Krise. Erst im Dezember, 228 Tage nach dem Eingriff, feiert Duvnjak seine Rückkehr. Und was für eine. Mit dem Kroaten auf der Platte siegt Kiel seither fünf Mal in Serie.

Die Teilnahme an der EM ist aber alles andere als ungefährlich für Duvnjak, die Belastung mit bis zu acht Spielen in 17 Tagen extrem hoch. „Das Schlaueste wäre es für alle Beteiligten, er würde bei der EM gar nicht spielen“, sagt Kiels Trainer Alfred Gislason in Sorge um seinen Anführer. Doch Duvnjak will sich seinen Traum vom ersten internationalen Titel unbedingt in der Heimat erfüllen. Die Chancen dazu stehen gut – meint zumindest der dreimalige Welthandballer Nikola Karabatic. „Kroatien ist aufgrund des Heimvorteils der große Favorit. Aber sie stehen auch unter großem Druck“, sagt der Franzose, der selbst gierig auf die nächste Trophäe ist: Bereits 2006, 2010 und 2014 gewann er den EM-Titel. Mit Frankreich ist sicher zu rechnen.

Beide Topstars, Duvnjak und Karabatic, sehen aber noch weitere Hauptkonkurrenten. Olympiasieger Dänemark zum Beispiel, mit etlichen Bundesliga-Größen wie Niklas Landin oder auch Rückraumshooter Mikkel Hansen. „Unser Ziel ist das Halbfinale“, sagt Trainer Nikolaj Jacobsen, der im Tagesgeschäft die Rhein-Neckar Löwen betreut. Wie Titelverteidiger Deutschland träumt er natürlich davon, sein Ziel gleich bei seinem ersten Turnier als Nationaltrainer zu übertreffen und den ganz großen Coup zu landen. Auch mit Norwegen, Schweden, Slowenien und Spanien ist zu rechnen.

Für die Kroaten spricht neben der lautstarken Kulisse auch die spielerische Entwicklung des Teams. „Und wenn wir für unser Land auflaufen, dann sind wir voller Herzblut dabei“, sagt Duvnjak, bevor er ins Träumen gerät: „Holen wir den Titel, dann verfällt unser Land in einen Partyrausch, den wir nie wieder vergessen werden.“