LSVS-Finanzaffäre

Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) ist die Dachorganisation für den Sport in der Region. Ihr gehören rund 50 Sportfachverbände, über 2000 Vereine und insgesamt rund 370 000 Menschen an. Der LSVS hat seinen Sitz an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken.

Eine Finanzaffäre um den Saar-Sportverband beschäftigte seit Dezember 2017 sowohl Öffentlichkeit als auch Landespolitik. Anfangs ging es um ein Millionendefizit im Haushalt des LSVS. Die Affäre zog weitere Kreise und betrifft auch die Sportförderung (Verstärkungsfonds). Sie führte 2018 zum Rücktritt von Klaus Meiser (CDU) von allen politischen Ämtern. Meiser war Landtagspräsident und seit 2014 auch Nachfolger von Gerd Meyer als LSVS-Präsident.

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelte in der Finanzaffäre in über zehn Verfahren. Am 7. März 2019 verurteilte das Saarbrücker Landgericht den Ex-Landtags- und LSVS-Präsident Meiser (CDU) wegen Vorteilsgewährung und Untreue zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten auf Bewährung. Zwischen 2018 und 2020 befasste sich auch ein Untersuchungsausschuss des Landtages mit der Aufklärung der Affäre um den Sportverband.

Mittlerweile hat der LSVS eine völlig neue Struktur – und zwei hauptamtliche Vorstände, die seit Februar 2021 an der Spitze des Verbandes stehen.